Sommerekzem beim Pferd - Warum manche Pferde so heftig reagieren – und was Besitzer tun können
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ℹ️ HinweisDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und dienen nicht der Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten. Bei Verdacht auf Sommerekzem oder anderen Hauterkrankungen wende dich an einen Tierarzt. |
Mähnenkamm kahlgescheuert, Schweifrübe wund, das Pferd findet keine Ruhe mehr – Sommerekzem gehört für viele Pferdebesitzer zu den belastendsten Erfahrungen des Jahres. Dabei gibt es für Ekzemer-Pferde heute ein breites Spektrum an Managementmaßnahmen, das die Situation für Pferd und Besitzer deutlich verbessern kann. Dieser Ratgeber gibt einen vollständigen Überblick: Was steckt hinter der Erkrankung, wie erkennst du sie frühzeitig – und welche Maßnahmen rund um Insektenschutz, Stallmanagement und Fütterung können im Alltag helfen?
Für viele Pferdebesitzer beginnt mit den ersten warmen Tagen nicht die schönste Jahreszeit, sondern der Start einer nervenaufreibenden Phase: Juckreiz, offene Hautstellen, Scheuerstellen, Unruhe. Sommerekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen beim Pferd und gleichzeitig eine der emotionalsten, weil die betroffenen Pferde teilweise sehr leiden.
Was dieses Krankheitsbild so komplex macht: Es ist keine einfache „Allergie gegen Mücken“, sondern eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Speichelproteine der Gnitzen (Culicoides). Manche Pferde reagieren kaum, andere extrem – und oft wird es jedes Jahr ein kleines Stück schlimmer, wenn man nicht aktiv gegensteuert.
Was ist Sommerekzem beim Pferd – die genaue Definition
Sommerekzem (medizinisch: Insect Bite Hypersensitivity, IBH; auch Sweet Itch oder Queensland Itch) ist die häufigste allergische Hauterkrankung bei Pferden. Es handelt sich um eine übersteigerte Immunreaktion auf den Speichel bestimmter Insekten – vor allem der Culicoides-Gnitzen, aber auch Kriebelmücken, Stechmücken und Bremsen.
Der Mechanismus: Die Insekten stechen und injizieren Speichelproteine in die Haut. Bei genetisch veranlagten Pferden reagiert das Immunsystem auf diese Proteine mit einer überschießenden Reaktion – es entsteht starker Juckreiz. Das Pferd scheuert sich, es entstehen Wunden, die wiederum Insekten anziehen. Dieser Kreislauf ist das Kernproblem des Sommerekzems.
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Wichtig: Sommerekzem ist nicht heilbar – aber managebar Die spezifische Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Culicoides-Speichelproteine ist dauerhaft. Das bedeutet aber nicht, dass das Pferd dauerhaft leiden muss. Mit konsequentem Insektenschutz und einem guten Gesamtmanagement lässt sich die Situation für viele Ekzemer deutlich verbessern. Alle spezifischen Behandlungsmaßnahmen besprichst du mit deinem Tierarzt. |
Ursachen: Warum reagiert mein Pferd – und das Nachbarspferd nicht?
Die genetische Komponente
Sommerekzem hat eine eindeutige erbliche Komponente. Bestimmte Rassen sind deutlich häufiger betroffen als andere – besonders jene, die ursprünglich nicht mit den mitteleuropäischen Culicoides-Mücken in Kontakt kamen:
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Islandpferde: Sehr hohe Prävalenz bei importierten Tieren – in Island gibt es keine Culicoides-Gnitzen
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Shire Horses, Friesen, Tinker: Ebenfalls überdurchschnittlich häufig betroffen
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PRE (Pura Raza Española), Lusitanos: Erhöhte Anfälligkeit dokumentiert
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Warmblüter: Seltener, aber nicht ausgeschlossen – jede Rasse kann betroffen sein
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Interessant: In Deutschland geborene Isländer erkranken statistisch seltener als importierte Tiere
Weitere Faktoren, die den Verlauf beeinflussen können
Neben der genetischen Veranlagung gibt es Faktoren, die im Zusammenhang mit dem Verlauf des Sommerekzems diskutiert werden. Ob und wie stark diese individuell eine Rolle spielen, lässt sich pauschal nicht sagen – das besprichst du am besten mit deinem Tierarzt:
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Allgemeine Versorgungssituation des Pferdes: Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Selen und Biotin sind an normalen Hautfunktionen und Fellqualität beteiligt
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Fettverteilung in der Ration: Das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren in der Fütterung ist ein viel diskutierter Aspekt in der Pferdernährung
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Allgemeine Darmgesundheit: Wird in der Fachliteratur als möglicher Einflussfaktor auf das Immunsystem diskutiert
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Stressfaktoren: Chronischer Stress kann das Immunsystem belasten – auch das ist ein besprochener Zusammenhang
Saisonalität: Wann ist die Gefahr am größten?
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Zeitraum |
Risikoprofil / Empfehlung |
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Februar–März |
Erste Gnitzen werden aktiv – frühe Ekzemer reagieren bereits; jetzt mit Schutzmaßnahmen beginnen |
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April–Mai |
Hochsaison-Beginn; stärkste Expositionsphase im Frühjahr |
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Juni–August |
Hauptsaison; bei konsequentem Schutz oft gut managebar |
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September–Oktober |
Zweite Aktivitätsspitze der Gnitzen; im Herbst nicht nachlassen |
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November–Januar |
Ekzemfreie Phase – guter Zeitpunkt für Rückschau und Vorbereitung der nächsten Saison |
Symptome: Was du siehst – und was du beobachten solltest
Sommerekzem zeigt sich in unterschiedlichen Ausprägungen. Das frühe Erkennen – noch vor intensivem Scheuern – ist wichtig, um den Kreislauf möglichst früh zu unterbrechen. Wichtig: Ähnliche Symptome können auch durch Hautpilz, Milben oder andere Erkrankungen entstehen. Eine tierärztliche Diagnose ist deshalb immer der erste Schritt.
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Schweregrad |
Typische äußere Zeichen |
Worauf zu achten ist |
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Leicht |
Gelegentliches Scheuern, leichte Schuppenbildung am Mähnenkamm, Unruhe bei Dämmerung |
Früh handeln: Insektenschutz anlegen, Tierarzt informieren |
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Mittel |
Deutlicher Haarverlust an Mähne und Schweifrübe, Hautverdickung, Kratzkrusten |
Wunden entstehen – tierärztliche Beratung wichtig, Sekundärinfektionen möglich |
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Schwer |
Großflächiger Haarverlust, offene blutende Stellen, Schwellungen, Verhaltensveränderungen |
Sofort zum Tierarzt – Infektionsrisiko hoch, Pferd leidet erheblich |
Typische Körperstellen
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Mähnenkamm: Häufigste Stelle – Haare stehen senkrecht, leichter Zugang für Gnitzen
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Schweifrübe und Schweifansatz: Zweite Hauptlokalisation – Pferd kratzt sich an Zäunen und Pfählen
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Bauchnaht / Unterbauch: Vor allem bei Kriebelmücken-Reaktionen; bei schwereren Verläufen
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Widerrist und Rücken: Kann die Sattelnutzung erschweren
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Gesicht, Ohren, Nüsternbereich: Bei Bremsen- und Stechmücken-Reaktionen
Insektenschutz: Die wichtigste Managementmaßnahme
Kein anderes Mittel ersetzt den direkten Schutz vor Insektenstichen. Das Ziel ist klar: Kontakt zwischen Gnitze und Pferdehaut so weit wie möglich verhindern. Jeder verhinderte Stich ist eine verhinderte Immunreaktion.
Ekzemerdecke – der wichtigste Schutz
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Vollständige Abdeckung nötig: Hals, Rumpf, Bauch, Beine – je mehr abgedeckt, desto besser
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Maschenweite unter 1mm: Culicoides-Gnitzen (0,6–4mm Größe) stechen durch Standard-Fliegendecken hindurch
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Sitz regelmäßig prüfen: Keine Scheuerstellen am Widerrist oder den Schultern
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Mehrere Decken einplanen: Bei stark betroffenen Pferden tägliches Waschen sinnvoll
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Auch nachts anlassen: Gnitzen sind hauptsächlich in der Dämmerung und frühen Nacht aktiv
Weide- und Stallmanagement
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Aktivitätsspitze der Gnitzen: Sonnenuntergang bis ca. 2h nach Einbruch der Dunkelheit – in dieser Zeit Pferd in den Stall
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Windige Standorte bevorzugen: Gnitzen fliegen schlecht gegen Wind – offene, windige Koppeln oder Ventilatoren im Stall helfen
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Stehende Gewässer beseitigen: Gnitzen benötigen feuchtes organisches Material zur Brut – Pferdeäpfel täglich absammeln
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Feinmaschige Schutznetze: Vor Stall- und Boxenöffnungen anbringen
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Weidegang mittags: Gnitzen sind mittags deutlich weniger aktiv als morgens und abends
Repellentien: Einordnung verschiedener Wirkstoffe
Repellentien können als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden. Welches Produkt für dein Pferd geeignet ist, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt oder Fachtierarzt für Dermatologie:
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Wirkstoff |
Hinweise zur Anwendung |
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Permethrin |
Kontaktinsektizid und Repellent; häufig eingesetzt; Anwendungsintervall nach Herstellerangabe |
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Deltamethrin |
Ähnliche Wirkungsweise wie Permethrin; als Spot-on verfügbar |
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Icaridin (Picaridin) |
Geruchsärmer; bei empfindlichen Pferden kann die Verträglichkeit besser sein |
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Kräuterbasierte Mittel (Neem, Zitronella) |
Kürzere Wirkdauer; bei milderen Verläufen als Ergänzung genutzt; täglich anwenden |
Medizinische Behandlung: Was der Tierarzt einsetzen kann
Bei mittelgradigen und schweren Verläufen ist eine tierärztliche Behandlung notwendig. Alle nachfolgend genannten Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig bzw. können nur durch den Tierarzt eingesetzt werden:
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Kortikosteroide (z.B. Betamethason, Methylprednisolon): Injektion oder oral; wirken auf die überschießende Immunreaktion; Einsatz und Dauer entscheidet der Tierarzt
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Antihistaminika: Einige werden beim Pferd off-label eingesetzt; schwächere Wirkung als Kortison
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Oclacitinib: JAK-Inhibitor; in anderen Ländern bereits für Pferde zugelassen; in DE derzeit off-label
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Lokalbehandlung: Wundspülungen, antimikrobielle Shampoos und Salben für sekundär infizierte Hautbereiche
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Pilzimpfung: Wird von einigen Tierärzten ergänzend eingesetzt; Wirkbeleg begrenzt, aber positive Praxisberichte vorhanden
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⚠️ Kortison: wichtige Einordnung Kortison ist das wirksamste Mittel zur akuten Juckreizlinderung beim Sommerekzem. Einsatz und Dauer entscheiden ausschließlich der Tierarzt – nicht der Pferdebesitzer. Dauerhafter Einsatz ohne tierärztliche Aufsicht ist mit Risiken verbunden (u.a. Immunsuppression, möglicher Einfluss auf Hufrehe-Risiko). Kortison ist ein Instrument zur Überbrückung – parallel dazu sollte der Insektenschutz konsequent umgesetzt werden. |
Fütterung beim Sommerekzem-Pferd – was du wissen solltest
Über den Zusammenhang zwischen Fütterung und Sommerekzem gibt es viele Meinungen und wenig gesicherte Studien. Was sich sagen lässt: Eine gute Grundversorgung mit allen wichtigen Nähr- und Mineralstoffen ist die Basis für die allgemeine Gesundheit jedes Pferdes – und damit auch für Ekzemer-Pferde sinnvoll.
Folgende Nährstoffe werden im Zusammenhang mit Haut- und Fellqualität sowie allgemeiner Immunfunktion diskutiert. Sie sind keine Arzneimittel und kein Ersatz für tierärztliche Behandlung – sondern Teil einer bedarfsgerechten Grundversorgung:
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Nährstoff / Spurenelement |
Rolle in der normalen Körperfunktion – relevant für Ekzemer-Pferde |
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Zink |
Beteiligt an Zellerneuerung, Wundheilung und normaler Immunfunktion; Mangel ist in der Pferdehaltung verbreitet |
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Biotin |
Beteiligt an der Keratinbildung – dem Strukturprotein von Haut, Fell und Hufen |
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Kupfer |
Cofaktor für Bindegewebsaufbau und Melaninproduktion; unterstützt normale Hautstruktur |
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Selen |
Antioxidativer Schutz auf Zellebene; in selenarmen Böden Deutschlands häufig unzureichend im Heu |
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Omega-3-Fettsäuren (ALA, EPA, DHA) |
Bestandteil von Zellmembranen; viel diskutiert im Zusammenhang mit dem Fettsäureverhältnis in der Pferdeernährung |
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Vitamin E |
Arbeitet zusammen mit Selen; schützt Zellmembranen vor Oxidation |
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Methionin / Cystein |
Schwefelhaltige Aminosäuren, die an der Keratinsynthese beteiligt sind |
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Ganzjährig denken – nicht nur saisonal Eine häufig beobachtete Praxis: Mit der Mineralergänzung erst beim ersten Scheuern im Frühjahr beginnen. Spurenelemente brauchen Zeit, um im Gewebe verfügbar zu sein. Eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Mineralversorgung über das gesamte Jahr ist für alle Pferde empfehlenswert – nicht nur als Reaktion auf sichtbare Symptome. Die Grundlage ist immer eine Heuanalyse, die zeigt, was tatsächlich fehlt. |
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Unsere AHIPOS-Produktempfehlungen AHIPOS Fell & Huf – Ergänzungsfuttermittel mit Zink, Biotin, Kupfer und Selen als Beitrag zur normalen Fell- und Hautpflege; für eine bedarfsgerechte Grundversorgung von Pferden mit sensiblem Fell und Haut: AHIPOS Elektrolyt – Ekzemer-Pferde sind durch dauerhaften Stress und körperliche Unruhe belastet; eine ausreichende Elektrolytversorgung gehört zur allgemeinen Basisversorgung aktiver Pferde: AHIPOS SULFO IMMUN - Die Kombination aus Sulforaphan und Spirulina stärkt den inneren Schutzschild des Pferdes und hilft dem Organismus dabei, die mit dem Sommerekzem einhergehenden Belastungen für das Immunsystem und den Stoffwechsel besser abzufedern.“
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ℹ️ Hinweis Ergänzungsfuttermittel sind kein Arzneimittel und dienen nicht der Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Erkrankungen. Sie ergänzen eine bedarfsgerechte Grundernährung – sie ersetzen keine tierärztliche Beratung oder Behandlung. |
Was du bei einem akuten Schub sofort tun kannst
- Tierarzt kontaktieren: Bei offenen Wunden, starkem Juckreiz oder Verhaltensveränderungen immer zuerst tierärztlichen Rat einholen
- Ekzemerdecke anlegen: Auch wenn das Pferd gerade schwitzt – weiterer Insektenkontakt und Scheuern sollen verhindert werden
- Scheuermöglichkeiten sichern: Scharfe Kanten, Gitter, Zaunpfähle in der Box und auf der Koppel entschärfen
- Betroffene Stellen reinigen: Mit milden, pH-neutralen Wundspülungen; kein Alkohol oder unverdünntes Jod auf offener Haut
- Insektenabwehr intensivieren: Repellent täglich erneuern; Stall- und Weidezeiten überprüfen
- Ruhe geben: Stressreduktion hilft dem Pferd, mit der Situation umzugehen
Langfristiges Management: Was ein Ekzemer dauerhaft braucht
- Jedes Jahr früh starten: Ekzemerdecke spätestens Ende Februar anlegen – bevor die ersten Gnitzen aktiv werden
- Konsequenz das ganze Jahr: Auch in Wochen ohne sichtbare Symptome den Schutz nicht reduzieren
- Stallplatz bewusst wählen: Offenstallhaltung ohne Möglichkeit zum Insektenschutz ist für schwere Ekzemer kaum geeignet
- Psychische Belastung ernst nehmen: Starker Juckreiz ist dauerhafter Stress für das Pferd – Schlafmangel, Gewichtsverlust und Verhaltensveränderungen sind ernst zu nehmen
- Regelmäßige Tierarztkontrollen: Jährliche Haut-Kontrolle und frühzeitige Eskalation bei Verschlechterung
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Zuchteinsatz bedenken: Die genetische Veranlagung ist erblich – das sollte bei der Anpaarung berücksichtigt werden
FAQ: Häufige Fragen zum Sommerekzem beim Pferd
❓ Ist Sommerekzem heilbar?
Nein – die Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Culicoides-Speichelproteine ist dauerhaft. Was sich verändern lässt, ist das Management der Erkrankung: Mit konsequentem Insektenschutz, angepasstem Stallmanagement und bedarfsgerechter Grundversorgung können viele Ekzemer-Pferde die Saison gut überstehen. Alle spezifischen Maßnahmen besprichst du mit deinem Tierarzt.
❓ Warum ist mein Islandpferd so viel stärker betroffen?
In Island gibt es keine Culicoides-Gnitzen. Das Immunsystem von Islandpferden hat deshalb evolutionär keine Toleranz gegenüber diesen Insekten entwickelt. Importierte Isländer treffen in Mitteleuropa zum ersten Mal auf diese Mücken und zeigen statistisch stärkere Reaktionen als in Deutschland geborene Tiere der gleichen Rasse.
❓ Wann sollte ich mit den Schutzmaßnahmen im Frühjahr beginnen?
So früh wie möglich – idealerweise bevor die ersten Gnitzen aktiv werden, was in milden Jahren bereits Ende Februar der Fall sein kann. Die Ekzemerdecke sollte spätestens Anfang März angelegt sein. Wer wartet, bis das Pferd aktiv scheuert, reagiert bereits auf einen laufenden Schub.
❓ Was kann ich bei der Fütterung verändern?
Eine bedarfsgerechte Grundversorgung mit allen wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen ist für jedes Pferd empfehlenswert – auch unabhängig von Sommerekzem. Welche Nährstoffe konkret fehlen, zeigt eine Heuanalyse. Alle darüber hinausgehenden Fütterungsanpassungen solltest du mit deinem Tierarzt oder einem Pferdeernährungsberater besprechen.
❓ Hilft eine Ekzemerdecke wirklich oder schwitzt das Pferd darunter zu stark?
Moderne Ekzemerdecken aus atmungsaktiven Materialien sind auf Sommertemperaturen ausgelegt. Die Belastung durch Schwitzen ist bei gutem Material deutlich geringer als der Schaden durch ungehinderte Insektenstiche. Entscheidend ist die Maschenweite – Standard-Fliegendecken haben zu große Maschen, da Gnitzen nur 0,6–4mm groß sind. Spezielle engmaschige Ekzemerdecken bieten den besten Schutz.
❓ Kann Sommerekzem auf andere Pferde übertragen werden?
Nein. Sommerekzem ist keine Infektionskrankheit und nicht ansteckend. Die allergische Reaktion ist eine individuelle Immunantwort des betroffenen Pferdes. Koppelpartner können bedenkenlos gemeinsam auf der Weide stehen.
❓ Darf mein Ekzemer-Pferd an Turnieren teilnehmen?
Grundsätzlich ja, sofern das Pferd nicht in seiner Gesundheit oder seinem Wohlbefinden durch den Juckreiz beeinträchtigt ist. Wichtig: Manche Medikamente gegen Sommerekzem (insbesondere Kortikosteroide) stehen auf der FN-Verbotsliste. Vor Turniereinsatz immer alle verwendeten Präparate auf Dopingrelevanz prüfen und ausreichend Abstand zur letzten Gabe einhalten.
❓ Was tun, wenn das Pferd trotz Decke und Repellent weiter scheuert?
Zunächst prüfen: Sitzt die Decke korrekt und erzeugt keine eigenen Scheuerstellen? Werden Repellentien ausreichend häufig erneuert? Gibt es weitere mögliche Ursachen (Milben, Hautpilz, andere Allergien)? Wenn alle äußeren Maßnahmen stimmen und der Juckreiz anhält, ist eine erneute tierärztliche Beurteilung der richtige Schritt – möglicherweise ist eine medikamentöse Unterstützung notwendig.
❓ Wie erkläre ich meiner Einstallerin, warum mein Pferd besondere Anforderungen hat?
Sommerekzem erfordert oft stall- und koppelseitige Anpassungen: angepasste Weidezeiten, Insektenschutznetze am Stall, täglich abgesammelte Koppeln. Ein kurzes Informationsblatt vom Tierarzt oder ein Gespräch mit dem Stallbetreiber hilft, die Maßnahmen zu erklären. Viele Pferdebesitzer empfehlen außerdem, beim Einstallen aktiv nach der Erfahrung des Betriebs mit Ekzemer-Pferden zu fragen.