Energiebedarf ermitteln: Benötigt mein Pferd wirklich Kraftfutter?
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Es ist ein klassisches Szenario im Stall: Das Pferd wirkt beim Reiten müde, lustlos oder triebig. Die logische Schlussfolgerung des Reiters: „Dem fehlt Energie! Ich muss die Kraftfutterration erhöhen.“
Gesagt, getan. Drei Wochen später ist das Pferd immer noch triebig, hat aber einen dicken Bauch bekommen oder ist plötzlich schreckhaft.
Warum? Weil „Energie“ im fütterungswissenschaftlichen Sinne schlicht Kalorien (Brennstoff) bedeutet. Ein Auto fährt mit mehr Benzin im Tank nicht schneller, es kommt nur weiter. Wenn Dein Pferd faul ist, liegt das selten an fehlenden Kalorien, sondern oft an mangelnder Kondition, Übergewicht oder fehlenden Vitalstoffen.
Wie ermittle ich den Energiebedarf? Die harte Mathematik
Um zu wissen, was in den Trog gehört, musst Du zwei Werte kennen: Den Erhaltungsbedarf und den Leistungsbedarf.
1. Der Erhaltungsbedarf (Die Basis)
Das ist die Energie, die Dein Pferd braucht, um zu atmen, die Körpertemperatur zu halten und zu verdauen – also um im Koppel-Urlaub nicht abzunehmen.
Faustformel: Ein 600 kg Warmblut braucht im Erhaltungsbedarf ca. 60–63 MJ (Megajoule) verdauliche Energie pro Tag.
Der Reality-Check: 1 kg gutes Heu liefert bereits ca. 6–7 MJ Energie. Frisst Dein Pferd 10 kg Heu, hat es seinen Grundbedarf bereits zu 100 % gedeckt! Ohne auch nur ein Gramm Müsli.
2. Der Leistungsbedarf (Die Arbeit)
Hier verschätzen wir uns am meisten. Die Wissenschaft unterscheidet strikt:
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Leichte Arbeit: Hufschlagfiguren, Ausreiten im Schritt/Trab, leichte Gymnastik (bis 60 Min., kaum Schweiß). -> Energieaufschlag: ca. 20–25 %.
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Mittlere Arbeit: Turniersport, regelmäßiges Training mit Schwitzen. -> Energieaufschlag: ca. 40–50 %.
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Schwere Arbeit: Rennsport, Vielseitigkeit, Distanzreiten.
Das Fazit: Die meisten Freizeitpferde, die täglich 45 Minuten locker in der Halle bewegt werden, kratzen gerade so an der Grenze zur „leichten Arbeit“. Ihr Energiebedarf ist oft allein durch gutes Heu und ein Mineralfutter gedeckt.
Hat mein Pferd das richtige Gewicht? Der BCS-Check
Bevor Du Futter kaufst, musst Du den Futterzustand ehrlich bewerten. Waagen sind gut, aber das Auge (und die Hand) sind wichtiger. Nutze den Body Condition Score (BCS).
Fühle an drei Stellen:
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Rippen: Du solltest sie beim leichten Darüberstreichen fühlen, aber nicht sehen. Musst Du graben? -> Zu dick. Siehst Du sie schon von weitem? -> Zu dünn.
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Mähnenkamm: Ist er fest und wulstig? -> Fett (Alarmzeichen EMS!).
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Schweifrübe: Sind links und rechts Polster? -> Zu dick.
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Ist das Pferd zu dick und triebig: Es braucht weniger Energie (Diät!) und mehr Training. Kraftfutter würde es nur noch fetter und träger machen.
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Ist das Pferd zu dünn und triebig: Hier fehlt tatsächlich Energie (und oft Protein). Hier darfst Du zufüttern.
Die „Energie“-Falle: Hafer macht nicht immer schnell
Wenn Dein Pferd zwar das richtige Gewicht hat, aber trotzdem keine Leistung bringt, liegt das Problem nicht an den Kalorien (Megajoule), sondern an der Struktur oder den Nerven.
Fall A: Der „Schlappe“ ohne Muskeln
Das Pferd ist willig, aber kraftlos. Es kann sich nicht tragen. Hier fehlt keine Energie (Zucker/Stärke), sondern Baustoff (Protein).
Fütterst Du hier Hafer, wird das Pferd nur fett. Fütterst Du hingegen Aminosäuren, baust Du den Motor auf.
Unsere Lösung: Gib ihm AHIPOS Body Builder. Er liefert Lysin, Methionin und Threonin. Das gibt dem Pferd die physische Kraft („Substanz“), um die geforderte Leistung zu erbringen, ohne den Stoffwechsel mit unnötiger Stärke zu belasten.
Fall B: Der „Faule“ aus dem Kopf
Das Pferd könnte, will aber nicht. Es klemmt. Oft ist das eine Verspannung oder mentale Blockade. Mehr Hafer macht solche Pferde oft nur „glotzig“ (schreckhaft), aber nicht fleißiger.
Hier hilft oft ein Blick auf die Magnesiumversorgung. Ein Mangel an Magnesium macht Muskeln und Nerven träge und überreizt zugleich.
Fall C: Der „Heiße“
Das Pferd hat zu viel Energie, ist unkonzentriert und hektisch.
Hier heißt es: Kraftfutter (Stärke) drastisch reduzieren! Stärke liefert „schnelle Energie“, die nervösen Pferden in den Kopf steigt.
Unsere Lösung: Um das Pferd kopfklar zu bekommen, nutze AHIPOS Coolness. Die Kombination aus Magnesium und Tryptophan hilft, die überschießende Erregung zu dämpfen, sodass die Energie wieder kanalisiert werden kann. Das Pferd wird nicht müde, sondern fokussiert.
Benötigt mein Pferd mehr Energie? Die Checkliste
Stelle Dir diese Fragen, bevor Du den Futtersack öffnest:
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Nimmt das Pferd ab?
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Ja -> Energie erhöhen (Heu, Öl, ggf. Getreide).
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Nein -> Energiebedarf ist gedeckt.
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Fehlt Kondition?
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Ja -> Das ist ein Trainingsproblem. Futter ersetzt kein Galopptraining.
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Fehlt Muskelkraft?
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Ja -> Proteine füttern (Body Builder), keine reine Energie.
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Ist das Pferd müde/matt?
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Ja -> Blutbild checken (Leberwerte? Mineralmangel?). Oft fehlen Zink, Selen oder Vitamin E, nicht Kalorien.
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Fazit
Energiebedarf zu ermitteln ist keine Zauberei, sondern Mathematik und ehrliches Hinsehen.
Die Regel lautet: Füttere das Pferd nach dem Zielgewicht, nicht nach dem Ist-Zustand. Ein dickes Pferd braucht Diät, auch wenn es faul ist. Ein dünnes Pferd braucht Aufbau, aber mit Verstand.
Trenne in Deinem Kopf „Energie“ (Brennstoff) von „Vitalität“ (Nährstoffe). Meistens fehlt unseren Pferden nicht der Brennstoff (sie sind oft zu dick), sondern der hochwertige Baustoff (Aminosäuren) oder der Zündfunke (Vitamine/Mineralien).
Rechtlicher Hinweis zu unseren Produkten:
Die genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel. Sie dienen der Optimierung der Ration basierend auf dem Nährstoffbedarf. Sie ersetzen kein artgerechtes Training. Bei plötzlichen Leistungsabfällen oder starker Abmagerung sollte immer ein Tierarzt konsultiert werden, um organische Ursachen auszuschließen.
FAQ: Energiebedarf und Gewicht
| Frage | Antwort |
| Wie viel Heu braucht ein Sportpferd? | Auch ein Sportpferd braucht als Basis mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht. Heu ist nicht nur Füllstoff, es liefert wertvolle langsam verfügbare Energie. Reduzieren Sie niemals das Heu zugunsten von Kraftfutter! Der Darm braucht die Faser, um Energie überhaupt aufschließen zu können. |
| Macht Öl spinnig? | Nein. Pflanzenöle (Leinöl, Reiskeimöl) sind reine Energiequellen, enthalten aber keinen Zucker oder Stärke. Sie beeinflussen den Blutzuckerspiegel nicht („Cool Energy“). Deshalb sind sie ideal für nervöse Pferde, die zunehmen müssen oder Ausdauerleistung bringen sollen. |
| Wann füttere ich Hafer? | Hafer ist das am leichtesten verdauliche Getreide für Pferde. Er liefert „schnelle Energie“. Er ist sinnvoll, wenn das Pferd im Training Gewicht verliert oder kurzfristig Spitzenleistung (Springparcours) bringen muss. Für reine Wald-und-Wiesen-Reiter ist Hafer oft unnötig. |
| Was bedeutet „leichtfuttrig“? | Ein leichtfuttriges Pferd (z. B. Spanier, Haflinger) hat einen sehr effizienten Stoffwechsel. Es holt aus 1 kg Heu mehr Energie heraus als ein Vollblüter. Der Energiebedarf (MJ) ist bei diesen Rassen oft 10–20 % niedriger als die Tabellenwerte. Vorsicht mit Kraftfutter! |
| Warum wird mein Pferd vom Mineralfutter nicht dicker? | Weil Mineralfutter kaum Kalorien und kaum Protein hat. Es liefert die „Zündkerzen“ (Zink, Selen, Vitamine), aber nicht den Sprit. Wenn ein Pferd zunehmen soll, braucht es zusätzlich Kalorien (Heu/Öl) und Bausteine (Aminosäuren). |