Kissing Spines: Warum das Röntgenbild lügen kann und Muskeln eine Rettung sind

Kissing Spines: Warum das Röntgenbild lügen kann und Muskeln eine Rettung sind

Die Diagnose Kissing Spines trifft Pferdebesitzer wie ein Schlag: Sofort kommen Gedanken wie Rente, Verkauf oder Ende der Reitkarriere. Dabei zeigen aktuelle Studien und die Erfahrung vieler Tierärzte und Ausbilder eindeutig: Der Befund auf dem Röntgenbild sagt wenig darüber aus, wie stark ein Pferd tatsächlich leidet – oder ob es je wieder reitbar wird. Was wirklich zählt, ist die Muskulatur, die die Wirbelsäule trägt und stützt. Dieser Ratgeber erklärt, was Kissing Spines ist, wie die Diagnose eingeordnet werden sollte, welche Behandlungsansätze der Tierarzt verfolgen kann und welche Rolle die Fütterung im Gesamtmanagement spielen kann.

Es beginnt oft schleichend. Dein Pferd drückt beim Putzen den Rücken weg, schnappt beim Gurten, oder springt im Galopp immer wieder in den Kreuzgalopp um. Irgendwann lässt Du röntgen. Und dann ist da dieser Befund: Kissing Spines (Dornfortsatz-Engstand).

Die Angst ist groß, doch hier kommt die wichtigste Nachricht zuerst: Röntgenbilder reiten man nicht.

Studien zeigen, dass fast 40 % aller Sportpferde Kissing-Spines-Befunde haben – aber viele davon laufen völlig schmerzfrei im Grand Prix. Das Problem ist nicht der Knochenkontakt an sich, sondern die Entzündung, die entsteht, wenn der Rücken durchhängt.

Was sind Kissing Spines – und warum entstehen sie?

Kissing Spines (medizinisch: thorakolumbales interspinales Syndrom, kurz TLI-Syndrom) bezeichnet eine Erkrankung, bei der sich die Dornfortsätze der Rückenwirbel so weit annähern, dass sie sich berühren, reiben oder im fortgeschrittenen Stadium sogar überlappen. Betroffen sind meist die Brustwirbel 10 bis 18 sowie die ersten Lendenwirbel – genau der Bereich, auf dem der Sattel liegt.

Deine Aufgabe ist also nicht, den Knochen zu heilen (das geht nicht), sondern den Rücken so stabil zu machen, dass die Wirbel wieder Platz bekommen.

Anatomie kurz erklärt

Der Pferderücken funktioniert wie eine elastische Hängebrücke: Vor- und Hinterhand sind die Brückenpfeiler, die Wirbelsäule die Brücke. Jeder Wirbel trägt einen Dornfortsatz, der nach oben ragt. Zwischen gesunden Dornfortsätzen ist ausreichend Abstand für freie Bewegung. Wenn die tragende Rückenmuskulatur fehlt oder verspannt ist, gibt die Brücke nach unten durch – die Dornfortsätze nähern sich an.

Ist die Muskulatur kräftig und aktiv, öffnen sich die Abstände. Das ist der Grund, warum gezielter Muskelaufbau im Mittelpunkt der Rehabilitation steht.

Mögliche Ursachen – was die Forschung weiß

Die Entstehung von Kissing Spines ist multifaktoriell. Die Forschung geht aktuell von einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren aus:

  • Genetische Veranlagung: Manche Pferde haben von Natur aus engere Dornfortsatzabstände – Fossilfunde belegen, dass KS lange vor der Domestikation existierte
  • Fehlende oder insuffiziente Rückenmuskulatur: Schwache Muskulatur kann die Wirbelsäule nicht ausreichend stützen
  • Zu frühe Belastung: Jungpferde, die vor ausreichender körperlicher Entwicklung unter dem Reiter arbeiten müssen
  • Reiterliche Einwirkung: Pferde, die dauerhaft ohne aktive Rückenaufwölbung arbeiten
  • Unpassende Ausrüstung: Sättel, die den Rücken einengen oder punktuell belasten
  • Traumata: Stürze oder andere Ereignisse, die die Rückenstruktur belasten


Warum das Röntgenbild allein kein Urteil ist

Der wichtigste Satz nach einer KS-Diagnose: Ein Röntgenbild zeigt Knochen – nicht Schmerz. Schmerz ist das, was für das Wohlbefinden und die Reitbarkeit eines Pferdes zählt.

In der tierärztlichen Literatur wird beschrieben, dass kein statistisch verlässlicher Zusammenhang zwischen dem radiologischen Schweregrad und dem klinischen Schmerzgrad besteht. Ein Pferd mit fortgeschrittenem Röntgenbefund kann klinisch unauffällig sein, während ein Pferd mit geringen radiologischen Veränderungen stark leidet. Die tierärztliche Gesamtbewertung – Klinik, Bewegung, Palpation, Infiltrationstest – ist deshalb entscheidend, nicht das Bild allein.


Schweregrad (Petersson)

Röntgenbefund

Klinische Einordnung

Grad 1

Verkleinerte Abstände, geringradige Sklerosierung

Oft klinisch unauffällig – kein Schmerz zwingend

Grad 2

Sich berührende Dornfortsätze, Sklerosierung

Schmerzen möglich, aber nicht zwingend

Grad 3

Berührung/Überlappung, osteolytische Zonen

Ernsthafter Befund – vollständige klinische Beurteilung nötig


Was das für dich bedeutet

Das Röntgenbild ist für die Diagnose notwendig – aber es ist kein Urteil über die Zukunft deines Pferdes.

Die entscheidenden Fragen beantwortet die klinische Untersuchung durch den Tierarzt: Ist das Pferd gerade in Schmerzen? Und was ist der beste Therapieansatz?

Alle Entscheidungen zur Therapie trifft der behandelnde Tierarzt auf Basis der Gesamtbewertung – nicht allein auf Grundlage des Röntgenbildes.


Symptome: Was auf Kissing Spines hindeuten kann

Die Herausforderung bei KS ist, dass frühe Anzeichen häufig als Charakterproblem oder schlechter Tag fehlgedeutet werden. Wichtig: Die folgenden Beobachtungen können viele verschiedene Ursachen haben. Nur ein Tierarzt kann eine KS-Diagnose stellen.


Beobachtungsbereich

Was du bemerken kannst

Beim Satteln

Wegducken beim Auflegen des Sattels, Empfindlichkeit auf Rückendruck, Gurtzwang, Ohren anlegen

Im Training

Arbeitsverweigerung, Steigen, Buckeln, Ausschlagen nach hinten, Grunzen unterm Sattel

Gangbild

Taktunreinheit im Trab, passartiger Schritt, flacher Galopp ohne sauberen Dreitakt

Hinterhand

Verminderte Abfußaktivität, kein aktives Untertreten, Hinterhand wirkt 'schleifend'

Anlehnung

Wechselnde oder verweigerte Anlehnung, Zügel-aus-der-Hand-Reißen

Rückenmuskulatur

Sichtbare Muskelabnahme (Atrophie) links und/oder rechts der Wirbelsäule

Verhalten im Stall

Empfindlichkeit beim Putzen über dem Rücken, Abwehr beim Berühren der Wirbelsäule

Zeitlicher Verlauf

Steifheit nach Boxenruhe, langes 'Einlaufen müssen' zu Beginn jeder Trainingseinheit


⚠️ Das 'Abschalten' – nicht als Verbesserung missverstehen

Bei einigen Pferden mit länger bestehendem KS kommt es dazu, dass das Pferd kaum noch auf Rückendruck reagiert.

Das ist kein Zeichen von Verbesserung – sondern ein Schutzmechanismus des Nervensystems (Desensibilisierung).

Diese Pferde erscheinen äußerlich unauffällig, können aber stärker betroffen sein als Pferde, die noch aktiv auf Schmerz reagieren.

Nur die tierärztliche Untersuchung – nicht das äußere Verhalten – kann hier Klarheit schaffen.


Diagnose: Was der Tierarzt untersucht

Eine vollständige KS-Abklärung besteht aus mehreren Schritten. Das Röntgenbild allein reicht nicht aus:

  1. Klinische Untersuchung: Palpation der Wirbelsäule, Beurteilung der Rückenmuskulatur, Druckempfindlichkeit

  2. Bewegungsbeurteilung: Alle Gangarten, mit und ohne Reiter, auf der Longe

  3. Röntgen: Darstellung der Dornfortsatzabstände, Einstufung nach Petersson Grad 1–3

  4. Szintigraphie (optional): Zeigt aktive Entzündungsprozesse – aussagekräftiger als Röntgen für den aktuellen Schmerzort

  5. Infiltrationstest: Lokalanästhetikum direkt in den betroffenen Bereich – verbessert sich die Bewegung sofort, ist der Schmerzursprung eingegrenzt


Therapie: Was der Tierarzt einsetzen kann – und warum Muskelaufbau zentral ist

Die Behandlung von Kissing Spines ist immer eine tierärztliche Aufgabe. Was Besitzer tun können, ist das Umfeld so zu gestalten, dass der Körper des Pferdes die bestmöglichen Bedingungen für die Rehabilitation hat. Der wichtigste dieser Umfeldfaktoren ist gezielter Muskelaufbau.

Der Hintergrund: Die tragende Rückenmuskulatur – vor allem der Musculus longissimus dorsi und die multifidalen Muskeln – hält die Dornfortsätze aktiv auf Abstand. Je stärker diese Muskulatur, desto mehr Puffer existiert zwischen den Wirbelfortsätzen. Gezielter Muskelaufbau ist deshalb kein Zusatz zur Therapie, sondern ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation – in enger Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt.


Was der Tierarzt einsetzen kann

  • Kortison-Infiltrationen: Können akute Entzündungsprozesse zwischen den Dornfortsätzen lindern und ein therapeutisches Fenster für Bewegungsarbeit öffnen

  • Stoßwellentherapie: Wird von manchen Tierärzten ergänzend eingesetzt

  • NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika): Schmerzlinderung für die akute Phase

  • Physiotherapie und Massage: Löst Muskelverspannungen, die den Rehabilitationsprozess behindern

  • Operation (Ligamentektomie / Ostektomie): In schweren Fällen nach erfolgloser konservativer Therapie – Entscheidung liegt beim Tierarzt


Rehabilitationsphasen – Orientierungsrahmen

Die folgende Phaseneinteilung dient der allgemeinen Orientierung. Den konkreten Rehabilitationsplan legt der Tierarzt gemeinsam mit dem Besitzer und gegebenenfalls einem erfahrenen Ausbilder fest:


Phase

Allgemeine Ausrichtung

Phase 1 (ca. Woche 1–4)

Schmerzreduktion und medizinische Akutversorgung durch den Tierarzt; Bodenarbeit und Longierarbeit ohne Reiter; Sattelpause

Phase 2 (ca. Woche 4–16)

Progressiver Aufbau der tragenden Rückenmuskulatur; Cavaletti-Arbeit, Bergauf-Arbeit, Longieren mit Ausbinder in gesunder Tiefposition; erste kurze Reitphasen nur nach tierärztlicher Freigabe

Phase 3 (ab ca. Woche 16)

Schrittweiser Aufbau des normalen Trainings nach dem 10%-Prinzip; regelmäßige Rückkontrolle; langfristiges Management


Zeitrahmen realistisch einschätzen

Kissing-Spines-Rehabilitation braucht Zeit. Ein realistischer Orientierungsrahmen: 6–12 Monate bis zur vollständigen Rückkehr ins normale Training.

Ungeduld ist der häufigste Fehler – zu frühe Belastung kann den Rehabilitationsprozess weit zurückwerfen.

Den Zeitplan legt der behandelnde Tierarzt fest – nicht das äußere Erscheinungsbild des Pferdes.


Ernährung im Kontext der Kissing-Spines-Rehabilitation

Muskelaufbau als zentraler Therapiepfad stellt eine einfache Frage: Hat das Pferd die Baustoffe, die für den Aufbau neuer Muskulatur benötigt werden? Muskeln bestehen aus Protein, Protein besteht aus Aminosäuren – und die müssen in der Nahrung vorhanden sein.

Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und dienen nicht der Behandlung von Kissing Spines. Eine bedarfsgerechte Grundversorgung mit Aminosäuren, Spurenelementen und weiteren Nährstoffen ist jedoch die Basis, auf der der Körper jedes Pferdes – und damit auch die Rehabilitation – aufbaut.


ℹ️ Hinweis

Die nachfolgenden Informationen beschreiben die allgemeine Rolle von Nährstoffen im Pferdekörper.

Sie stellen keine Empfehlung zur Behandlung von Kissing Spines dar.

Fütterungsanpassungen im Rahmen einer Rehabilitation besprichst du mit deinem Tierarzt oder einem Pferdeernährungsberater.


Nährstoff

Rolle im Körper des Pferdes – relevant im Kontext Muskelaufbau

Lysin (1. limitierende Aminosäure)

Essentielle Aminosäure, die im Heu regelmäßig in unzureichender Menge vorliegt; an der Proteinsynthese beteiligt

Methionin

Schwefelhaltige Aminosäure; Bestandteil von Kreatin und Bindegewebsproteinen; für Sehnen und Bänder relevant

Threonin

Essentielle Aminosäure; an der Kollagensynthese und normalen Immunfunktion beteiligt

MSM (Methylsulfonylmethan)

Organische Schwefelverbindung; in der Ergänzungsfütterung bei Pferden mit Gelenkbelastung weit verbreitet

Teufelskralle

Pflanzlicher Wirkstoff; in der Pferdepraxis als Ergänzung bei Gelenkbelastung eingesetzt

Glucosamin & Chondroitin

Bestandteile des Knorpelstoffwechsels; häufig in gelenkunterstützenden Ergänzungsmitteln eingesetzt

Omega-3-Fettsäuren

Bestandteil von Zellmembranen; das Fettsäureverhältnis in der Pferdeernährung ist ein viel diskutiertes Thema


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ℹ️ Hinweis

Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und ersetzen keine tierärztliche Behandlung.

Sie dienen der Ergänzung einer vollständigen Grundernährung – nicht der Therapie von Erkrankungen.


Ausrüstung und Management: Was KS-Pferde brauchen

  • Sattelpassform regelmäßig prüfen: Ein Sattel, der auf den Dornfortsätzen aufliegt oder den Widerrist einengt, erzeugt direkten mechanischen Druck – halbjährliche Sattelkontrolle ist Pflicht
  • Sattelunterlage mit Freigang über der Wirbelsäule: Kein Pad, das die Dornfortsätze komprimiert
  • Reitergewicht berücksichtigen: Der Tierarzt kann einschätzen, ob das Gewicht des Reiters im aktuellen Rehabilitationsstadium geeignet ist
  • Bewegung statt Boxenruhe: Lockere Bewegung im Schritt fördert die Durchblutung des Rückengewebes – reine Boxenruhe ist für KS-Pferde in aller Regel nicht empfehlenswert
  • Bodenqualität: Harte Böden erhöhen die Stoßbelastung auf die Wirbelsäule – Weicheinstreu im Stall, Reitbahnboden prüfen
  • Wärme bei Kälte: Verspannte Rückenmuskulatur durch Kälte verschlimmert das Krankheitsbild – Decken in kalten Jahreszeiten prüfen


Welche Pferde sind häufiger betroffen?

Pferdetyp

Warum häufiger betroffen

Warmblüter (Dressur / Springen)

Züchterisch bedingt langer Rücken; oft früh und intensiv geritten

Vollblüter und Halbblüter

Schlanke Rückenkonstitution, feine Knochenstruktur

Pferde mit Senkrücken

Anatomisch bedingte Absenkung erhöht die Annäherung der Dornfortsätze

Jungpferde unter 5 Jahren

Rückenmuskulatur noch nicht voll entwickelt; zu frühe Belastung ist Hauptrisikofaktor

Pferde mit Muskelatrophie

Jede Ursache von Muskelabbau erhöht die Schutzlosigkeit der Wirbelsäule

Genetisch prädisponierte Linien

Enge Dornfortsatzabstände können vererbt werden


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FAQ: Häufige Fragen zu Kissing Spines beim Pferd


❓ Ist Kissing Spines heilbar?

Die knöchernen Veränderungen an den Dornfortsätzen sind strukturell nicht reversibel – das heißt, das Röntgenbild verändert sich nicht. Ob und wie stark ein Pferd darunter leidet, hängt aber nicht allein vom Röntgenbefund ab. Viele Pferde mit KS-Diagnose arbeiten nach einer gezielten Rehabilitation wieder vollständig oder mit angepasstem Programm. Was erreichbar ist, beurteilt der behandelnde Tierarzt.

❓ Kann mein Pferd mit Kissing Spines weiterhin geritten werden?

In vielen Fällen ja – aber das ist keine pauschale Aussage, sondern hängt vom individuellen Befund, dem aktuellen Schmerzgrad und dem Verlauf der Rehabilitation ab. Die Entscheidung trifft der behandelnde Tierarzt auf Basis der klinischen Gesamtbeurteilung – nicht allein das Röntgenbild.

❓ Wie lange dauert die Rehabilitation?

Ein realistischer Orientierungsrahmen: 4–6 Wochen reine Bodenarbeit und medizinische Akutphase, weitere 8–12 Wochen progressiver Muskelaufbau, ab ca. Woche 12–16 erste Reitphasen möglich – sofern der Tierarzt grünes Licht gibt. Volle Rückkehr zum normalen Training: 6–12 Monate je nach Ausgangssituation. Alle Zeitvorgaben legt der Tierarzt fest.

❓ Helfen Kortison-Infiltrationen wirklich?

Kortison-Infiltrationen können akute Entzündungen zwischen den Dornfortsätzen wirksam reduzieren und dadurch ein Zeitfenster öffnen, in dem das Pferd leichter an Bewegung und Muskelaufbau herangeführt werden kann. Sie sind kein Ersatz für die eigentliche Ursachenbehandlung und werden vom Tierarzt entsprechend indiziert und dosiert.

❓ Was ist der Unterschied zwischen Kissing Spines und Trägerschwäche?

Trägerschwäche (Trageinsuffizienz) beschreibt das Unvermögen, den Rücken aktiv zu tragen – sichtbar durch absackenden Rücken, fehlenden Schwung und Taktprobleme. Trägerschwäche kann Kissing Spines begünstigen und umgekehrt eine Folge davon sein. Beide Probleme können sich gegenseitig verstärken. Der Tierarzt klärt ab, was im Vordergrund steht.

❓ Ist eine Operation sinnvoll?

Es gibt operative Verfahren – zum Beispiel die Ligamentektomie (Entfernung des Bandes zwischen betroffenen Dornfortsätzen) oder die Ostektomie (partielle Entfernung von Dornfortsatzmaterial). Diese kommen in der Regel erst dann infrage, wenn konservative Therapie über einen ausreichenden Zeitraum nicht zu einer Verbesserung geführt hat. Die Entscheidung liegt beim Tierarzt.

❓ Welche Rolle spielt die Fütterung bei Kissing Spines?

Ergänzungsfuttermittel behandeln keine Kissing Spines. Was die Fütterung leisten kann: eine bedarfsgerechte Grundversorgung mit Aminosäuren und Spurenelementen sicherstellen – das ist die Basis, auf der der Körper Muskulatur aufbauen kann. Welche Nährstoffe konkret fehlen, zeigt eine Heuanalyse. Alle Fütterungsanpassungen im Rahmen einer Rehabilitation besprichst du mit deinem Tierarzt.

❓ Wie erkenne ich, ob mein Pferd bei der Arbeit Rückenschmerzen hat?

Subtile, aber zuverlässige Zeichen: Ohren anlegen beim Satteln, kurzer asymmetrischer Schritt vorne, Abdriften aus der Geraden, Grunzen oder Stöhnen in der Anstrengung, Verweigerung beim Übergang Trab-Galopp, mangelnde Bereitschaft, sich in einer Schulterherein-Übung zu biegen. Diese Beobachtungen solltest du dem Tierarzt schildern – er kann sie in die Gesamtbewertung einordnen.

❓ Was ist der erste Schritt nach der Diagnose?

Erstens: Ruhe bewahren – Kissing Spines ist kein automatisches Todesurteil für die Reitkarriere. Zweitens: Tierärztliches Konsil zur Entscheidung über den Therapieansatz. Drittens: Sattelkontrolle durch einen Sattler. Viertens: Ernährungscheck mit Heuanalyse. Fünftens: Rehabilitation mit erfahrenem Ausbilder in Abstimmung mit dem Tierarzt beginnen. Und immer: Geduld vor Tempo.

 


Rechtlicher Hinweis zu unseren Produkten:

Die Diagnose und Therapie von Kissing Spines gehört in die Hände eines Tierarztes. Unsere Produkte (AHIPOS/EQUINOX) sind Ergänzungsfuttermittel. Sie können knöcherne Veränderungen nicht heilen, unterstützen aber ernährungsphysiologisch den Muskelaufbau und das Wohlbefinden. Teufelskralle (Flexen Plus) hat eine Karenzzeit (ADMR) von empfohlenen 4 Tagen 

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