Füttern ohne Zähne: Ausreichend Nährstoffe für den Senior - ahipos-horses

Füttern ohne Zähne: Ausreichend Nährstoffe für den Senior

Zähne beim Pferd wachsen lebenslang nach – aber irgendwann ist der Vorrat im Zahnfach aufgebraucht. Bei vielen Pferden ist das ab Mitte 20 der Fall, bei manchen schon früher. Die Kauflächen werden glatt wie Spiegel („Glattgebiss“), Zähne wackeln oder fallen aus.

Die Folge ist dramatisch: Das Pferd will fressen, nimmt das Heu auf, kann es aber nicht zerkleinern. Es spuckt Wickel aus. Was es dennoch runterschluckt, sind zu lange, grobe Fasern. Diese führen oft zu schweren Koliken oder, noch schlimmer, zur Schlundverstopfung.

Wenn Dein Pferd an diesem Punkt ist, musst Du handeln. Die Zeit der „einfachen Heufütterung“ ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit des Heuersatzes.

Die Umstellung: Weg vom Halm, hin zum Brei

Sobald ein Pferd kein Heu mehr effektiv mahlen kann, musst Du das Raufutter komplett ersetzen. Ein bisschen Heu zum Knabbern ist okay (für die Psyche), aber die Nährstoffe müssen aus dem Eimer kommen.

Heuersatzprodukte: Die Auswahl

  • Heucobs: Der Klassiker. Gepresstes Heu, das zwingend eingeweicht werden muss. Achte auf warme Lufttrocknung (weniger Schimmel) und gute Qualität.
  • Heuflakes / Fasermix: Oft aus gehäckseltem Heu. Vorsicht: Wenn das Pferd gar nicht mehr kauen kann, sind auch Häcksel zu gefährlich (Schlundverstopfung!). Für komplett Zahnlose funktionieren nur vollständig aufgeweichte Cobs.
  • Rübenschnitzel: Ein super Energielieferant, aber kein Alleinfutter (falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis). Nur als Ergänzung (ca. 10–20 % der Ration) geeignet.

Die Menge: Ein Eimer reicht nicht

Hier verschätzen sich viele. 1 kg Heucobs (trocken) ergeben eingeweicht ca. 3–4 Liter Brei. Das sieht nach viel aus, ist aber energetisch wenig.

Dein Senior braucht weiterhin 1,5 kg Trockenmasse pro 100 kg Körpergewicht. Für ein 500 kg Pferd sind das 7,5 kg trockene Cobs am Tag! Das sind – eingeweicht – gewaltige Mengen an Suppe (30–40 Liter).

Die Gefahr der „Suppen-Diät“: Muskelabbau

Ein Pferd, das nur noch eingeweichten Heubrei frisst, bekommt zwar genug Rohfaser, damit der Darm arbeitet. Aber oft fehlen ihm zwei Dinge:

  1. Struktur: Der Darm wird etwas träge, weil der mechanische Reiz fehlt.

  2. Protein: Heucobs bestehen oft aus spätem Schnitt (wenig Eiweiß). Da Senioren Proteine im Dünndarm schlechter aufnehmen („löchriger Darm“), baut ein Zahnlos-Pferd oft rasant Muskulatur ab, obwohl der Bauch durch den Brei rund wirkt (Heubauch).

Die Lösung: Aminosäuren in den Brei

Damit Dein Senior nicht zum Klappergestell wird, musst Du den Brei aufwerten.

Mische AHIPOS Body Builder unter die Heucobs. Das Pulver löst sich im Brei perfekt auf und wird problemlos mitgefressen.

Der Vorteil: Du lieferst dem Körper direkt verwertbare Aminosäuren (Lysin, Methionin), ohne dass das Pferd kauen muss. So verhinderst Du, dass der Körper die eigene Muskulatur „auffrisst“, um seinen Protein- und auch den Energiebedarf zu decken. Das ist der Schlüssel, um auch bei 28-jährigen Pferden noch eine Oberlinie zu erhalten.

Verdauungshilfe für den trägen Darm

Da das Futter nicht mehr durch intensives Kauen eingespeichelt wird (Speichel puffert Säure!), kommt der Brei oft mit dem falschen pH-Wert im Magen an. Zudem neigen Senioren zu Verstopfungskoliken, da sie oft zu wenig trinken.

Eine Zugabe von AHIPOS Digestiv in den Abendbrei hilft doppelt:

  1. Die Lebendhefe unterstützt die Fermentation im Dickdarm, damit die Heucobs maximal verwertet werden.

  2. Die Puffer regulieren den pH-Wert.

    Das sorgt dafür, dass Dein Senior nicht nur „voll“ ist, sondern die Nährstoffe auch wirklich im Blut ankommen.

Management: Fresspausen vermeiden

Ein zahnloses Pferd kann sich nicht mal eben am Heunetz bedienen. Wenn der Brei leer ist, hungert es.

  • Frequenz: Du musst mindestens 3–4 Mal täglich füttern.
  • Automaten: Es gibt mittlerweile Futterautomaten für Brei, die zeitgesteuert Portionen freigeben. Eine Investition, die Dir viel Schlaf rettet.
  • Trennung: Alte Pferde fressen extrem langsam („schlürfen“). In der Herde haben sie keine Chance. Du musst Dein Pferd zum Fressen separieren oder ihm einen geschützten Bereich geben, wo ihm kein Jungspund den Eimer klaut.

Fazit

Ein Pferd ohne Zähne zu füttern, ist ein Full-Time-Job. Aber es lohnt sich. Pferde können auch ohne Backenzähne noch jahrelang glücklich leben, solange der Eimer voll ist.

Wichtig ist: Trau Dich an die großen Mengen Heucobs heran (nicht nur ein Eimerchen!) und vergiss das Protein nicht. Mit einer "aufgepimpten" Suppe aus Heucobs, Öl und AHIPOS Body Builder bleibt Dein Senior auch im hohen Alter propper und vital.

Rechtlicher Hinweis zu unseren Produkten:

Die Produkte von AHIPOS sind Ergänzungsfuttermittel. Sie können physiologische Altersprozesse (Zahnausfall) nicht rückgängig machen. Bei akuter Schlundverstopfung (Halskrämpfe, Speicheln, Futter kommt aus der Nase) sofort den Tierarzt rufen und nichts mehr füttern oder trinken lassen!


FAQ: Fütterung bei Zahnproblemen

Frage Antwort
Wie weiche ich Heucobs richtig ein? Nutze warmes Wasser, dann quellen sie schneller (in 10–15 Min.). Kaltes Wasser braucht oft 45–60 Min. Das Verhältnis ist meist 1:2 bis 1:3 (Cobs : Wasser). Mache den „Kern-Test“: Zerdrücke einen Cob mit den Fingern. Ist innen noch ein harter Kern? Dann weiterquellen lassen! Harte Kerne verursachen Schlundverstopfung.
Darf ein zahnloses Pferd auf die Wiese? Ja, unbedingt! Für die Psyche und Bewegung. Gras ist weicher als Heu und kann oft noch mit den Felgen („auf der Felge kauen“) zerquetscht werden. Aber: Es reicht meist nicht zur Ernährung. Die Hauptmahlzeit muss der Brei sein.
Darf ich Silage füttern, die ist doch weich? Nein, niemals! Silage hat sehr lange, zähe Fasern. Ein Pferd ohne Zähne schluckt diese unzerkaut runter. Das Risiko für schwerste Schlundverstopfungen oder Magenblockaden ist riesig. Silage gehört nicht in Senioren.
Verlernen Pferde das Kauen durch Brei? Nein. Wenn sie könnten, würden sie kauen. Sie schlingen den Brei, weil es nicht anders geht. Biete immer etwas weiches Knabberholz oder sehr feines Heu an, damit sie das Kaubedürfnis befriedigen können, auch wenn sie es wieder ausspucken.
Mein Pferd wird trotz Cobs dünner – was tun? Prüfen Sie die Menge: Wiegen Sie die trockenen Cobs. Sind es wirklich 1,5 kg pro 100 kg Pferd? Falls ja: Geben Sie Öl (bis 100 ml) und Body Builder dazu. Wenn das nicht hilft: Blutbild machen (Nieren/Leberwerte?), manchmal liegt eine organische Ursache vor.
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