Freeze-Reaktion beim Pferd: Wenn Stillstand kein Gehorsam ist

Freeze-Reaktion beim Pferd: Wenn Stillstand kein Gehorsam ist

Freeze-Reaktion beim Pferd: Wenn Stillstand kein Gehorsam ist

 

Es ist dieser Moment, den viele Reiter kennen – und kaum einordnen können.

Das Pferd bleibt plötzlich stehen.
Es zieht nicht weg, es buckelt nicht, es steigt nicht.
Es friert ein.

Keine Reaktion auf Schenkel, Stimme oder Zügel.
Der Blick wirkt leer oder extrem fokussiert.
Und je mehr Druck kommt, desto „weiter weg“ scheint das Pferd zu sein.

Viele denken dann:

„Er testet mich.“
„Er stellt sich tot.“
„Er ist dominant.“

Doch in Wahrheit passiert etwas völlig anderes.

Typische Aussagen von Pferdehaltern mit Freeze-Pferden

„Er steht einfach da, wie eingefroren.“

„Man hat das Gefühl, er ist gar nicht mehr richtig da.“

„Je mehr ich treibe, desto schlimmer wird es.“

„Danach wirkt er erschöpft, aber nicht entspannt.“

Diese Beschreibungen passen nicht zu Ungehorsam
sie passen zu einer Stressreaktion des Nervensystems.

Fight, Flight – und der oft vergessene dritte Modus: Freeze

Das Nervensystem kennt drei grundlegende Reaktionsmuster auf Stress:

  • Flight – Flucht (wegrennen, scheuen, losstürmen)
  • Fight – Gegenwehr (steigen, schlagen, beißen)
  • Freeze – Erstarren

Der Freeze-Modus tritt auf, wenn:

  • Flucht nicht möglich erscheint
  • Gegenwehr als aussichtslos empfunden wird
  • das Nervensystem überlastet ist

Das Pferd schaltet dann auf biologischen Selbstschutz.

Warum Freeze besonders tückisch ist

Freeze sieht nach außen ruhig aus – ist es aber nicht.

Im Inneren passiert:

  • maximale Muskelspannung
  • hohe Stresshormonausschüttung
  • unterdrückte Bewegung
  • reduzierte Wahrnehmung

Das Pferd ist nicht entspannt, sondern blockiert.

Und genau deshalb ist Freeze so gefährlich für das Training:

  • Lernen ist kaum möglich
  • Druck verschärft die Reaktion
  • Vertrauen wird unbewusst beschädigt

Freeze ist kein Charakterproblem

Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird:

Freeze-Pferde sind häufig besonders sensibel.
Sie nehmen Reize sehr fein wahr – manchmal zu fein.

Typische Hintergründe:

  • dauerhaftes Stressniveau
  • unklare Hilfengebung in der Vergangenheit
  • körperliche Überforderung
  • Nährstoffdefizite im Nervensystem

Freeze entsteht selten „aus dem Nichts“.
Meist ist es das Endstadium einer langen Überlastung.

Die Rolle von Magnesium & Reizverarbeitung

Damit ein Pferd flexibel reagieren kann, braucht das Nervensystem ausreichend regulierende Stoffe.

Magnesium – Bremse für überaktive Nerven

Magnesium hilft, Reize zu dämpfen und wieder „loszulassen“.

Ein Mangel kann:

  • Daueranspannung fördern
  • die Schwelle für Überforderung senken
  • das Umschalten in den Freeze-Modus begünstigen

Gerade bei Pferden, die nicht explodieren, sondern erstarren, sehen wir häufig einen versteckten Magnesiummangel.

B-Vitamine – Schlüssel für Reizverarbeitung

B-Vitamine sind notwendig, um:

  • Nervenimpulse korrekt weiterzuleiten
  • Stresshormone abzubauen
  • geistige Flexibilität zu erhalten

Fehlen sie, bleibt das Nervensystem „stecken“.

Warum Druck im Freeze alles verschlimmert

Ein häufig gemachter Fehler:
Mehr treiben. Mehr fordern. Mehr insistieren.

Für ein Freeze-Pferd bedeutet das:

„Ich kann nicht weg – und jetzt wird es noch gefährlicher.“

Das Nervensystem reagiert dann mit:

  • noch stärkerer Blockade
  • innerem Abschalten
  • verzögerter oder explosiver Reaktion im Nachgang

Freeze-Pferde brauchen Regulation, nicht Eskalation.

Was wirklich hilft: Nervensystem zuerst stabilisieren

Bevor Training greifen kann, muss das Pferd wieder:

  • Reize verarbeiten
  • Spannung lösen
  • zwischen Anspannung und Entspannung wechseln können

Hier kann eine gezielte Unterstützung sinnvoll sein, die:

  • Magnesium in gut verfügbarer Form liefert
  • B-Vitamine ergänzt
  • nicht sediert, sondern reguliert

👉 AHIPOS Coolness ist für genau solche Pferde konzipiert:
für sensible, überreizte oder innerlich blockierte Pferde, die nicht „explodieren“, sondern einfrieren.

Woran du erkennst, dass dein Pferd aus dem Freeze kommt

Positive Zeichen sind:

  • häufigeres Abschnauben
  • weichere Augen
  • spontane Bewegungsideen
  • kürzere „Blockade-Momente“
  • bessere Reaktion auf leise Hilfen

Das Ziel ist kein „braves Stillhalten“,
sondern innere Beweglichkeit.

Fazit: Freeze ist ein Hilferuf des Nervensystems

Ein eingefrorenes Pferd ist nicht faul, nicht stur und nicht dominant.
Es ist überfordert – und versucht, sich zu schützen.

Der wichtigste Perspektivwechsel:

Nicht fragen: „Warum macht er das?“
sondern: „Was kann er gerade nicht verarbeiten?“

Wer das Nervensystem stärkt, statt nur Verhalten zu korrigieren,
holt sein Pferd zurück aus der Starre –
in echte Präsenz, Lernfähigkeit und Vertrauen.

Zurück zum Blog