Der Magen im Gleichgewicht – wie Fütterung & Routine helfen - ahipos-horses

Magen im Gleichgewicht: Wie Fütterung und Routine beim Pferd helfen

Der Magen deines Pferdes ist anatomisch und funktionell auf eine kontinuierliche Futteraufnahme ausgelegt – anders als bei vielen anderen Tierarten produziert er dauerhaft Magensäure, unabhängig davon, ob gerade gefressen wird oder nicht. Genau das macht lange Fresspausen zu einem der größten Risikofaktoren für die Magengesundheit deines Pferdes. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie Fütterungsroutine, Fresspausen und Alltagsmanagement zusammenspielen, um den Magen deines Pferdes im Gleichgewicht zu halten.

Fresspausen und Magensäure

Da die Magensäureproduktion deines Pferdes kontinuierlich erfolgt, wird bei leerem Magen die Magenschleimhaut insbesondere im oberen, weniger gut geschützten Bereich zunehmend der Säure ausgesetzt. Lange Fresspausen, etwa über Nacht ohne ausreichend Heu oder durch unregelmäßige Fütterungszeiten tagsüber, erhöhen deshalb das Risiko für Reizungen der Magenschleimhaut deutlich. Als Faustregel gilt: Dein Pferd sollte möglichst nie länger als vier bis sechs Stunden ohne Raufutter auskommen müssen.

Raufutter als Basis

Ausreichend Heu über den Tag verteilt ist die wichtigste Einzelmaßnahme für einen gesunden Magen. Raufutter regt durch den notwendigen Kauvorgang die Speichelproduktion an, und Speichel wirkt im Magen puffernd auf die Säure. Je mehr dein Pferd kaut, desto mehr natürlicher Säurepuffer steht zur Verfügung – ein einfacher, aber wirkungsvoller Mechanismus, den du durch ausreichend Raufutter aktiv unterstützt.

Kraftfutter, Stärke und Magenbelastung

Große Kraftfuttermengen, besonders mit hohem Stärkeanteil, belasten den Magen auf zweierlei Weise: Sie verdrängen Fresszeit, die sonst für Raufutter zur Verfügung stünde, und nicht vollständig im Dünndarm verdaute Stärke kann im Magenbereich zusätzlich zur Säurebildung beitragen. Verteile Kraftfutter deshalb auf mehrere kleine Portionen und füttere es nie auf nüchternen Magen. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber Kraftfutter für Pferde: Wann es nötig ist und worauf du achten solltest.

Routine im Stallalltag: Fresszeiten, Wasser, Stress

Neben der reinen Futtermenge spielt die Routine eine mindestens ebenso große Rolle: Möglichst regelmäßige Fresszeiten geben dem Magen deines Pferdes einen verlässlichen Rhythmus. Jederzeit verfügbares, frisches Wasser unterstützt die gesamte Verdauung. Und Stress durch Transport, Turnier, Stallwechsel oder Gruppendynamik kann die Magenfunktion zusätzlich negativ beeinflussen – ein oft unterschätzter Faktor neben der reinen Fütterung.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

  • Lange Fresspausen über Nacht ohne ausreichend Heu – löse das durch spätes Heu am Abend oder eine automatische Raufuttergabe
  • Kraftfutter auf nüchternen Magen – biete immer zuerst etwas Heu an, bevor Kraftfutter gefüttert wird
  • Große Kraftfutterportionen auf einmal – verteile die Tagesmenge auf mehrere kleine Mahlzeiten
  • Training direkt nach einer großen Mahlzeit – gib deinem Pferd nach dem Fressen etwas Zeit, bevor es intensiv arbeiten muss

Wann du nicht länger an der Routine optimieren solltest

Zeigt dein Pferd trotz optimierter Fütterungsroutine Anzeichen wie Gurtigkeit, verändertes Fressverhalten, wiederkehrende milde Kolik oder Leistungsabfall, ist das ein Fall für eine tierärztliche Abklärung, idealerweise mittels Gastroskopie – nicht für weiteres Experimentieren mit der Routine. Mehr zu Warnzeichen liest du in unserem umfassenden Ratgeber Magengeschwür beim Pferd: EGUS erkennen, richtig abklären und langfristig managen.

Fütterung als ergänzender Baustein

Eine durchdachte Fütterungsroutine mit ausreichend Raufutter bleibt die wichtigste Maßnahme für einen gesunden Magen – eine Rationsergänzung kann diese Routine begleiten, aber niemals ersetzen.

Ahipos-Horses Nonegus ist als Ergänzungsfuttermittel für Pferde in belastenden Phasen konzipiert. Es ersetzt keine tierärztliche Abklärung bei Magenproblemen und keine durchdachte Fütterungsroutine.

Weiterführende Ratgeber

Mehr zu Zucker und Stärke in der Gesamtration liest du in Zucker und Stärke im Pferdefutter: Versteckte Gefahren erkennen und Etiketten richtig lesen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange darf mein Pferd ohne Futter sein?

Als Faustregel gilt, möglichst nicht länger als vier bis sechs Stunden ohne Raufutter auszukommen, da die Magensäureproduktion deines Pferdes kontinuierlich erfolgt.

Sollte ich vor dem Training füttern?

Biete vor dem Training etwas Heu an, aber vermeide große Kraftfuttermengen direkt davor. Gib deinem Pferd nach einer größeren Mahlzeit etwas Zeit, bevor es intensiv arbeiten muss.

Kann Stress den Magen meines Pferdes beeinflussen?

Ja. Stress durch Transport, Turnier, Stallwechsel oder Gruppendynamik kann die Magenfunktion zusätzlich negativ beeinflussen, unabhängig von der reinen Fütterung.

Fazit

Der Magen deines Pferdes braucht vor allem eines: Kontinuität. Ausreichend Raufutter über den Tag verteilt, regelmäßige Fresszeiten und möglichst wenig Stress bilden die Basis für einen gesunden Magen. Bleiben trotz optimierter Routine Auffälligkeiten bestehen, führt der nächste sinnvolle Schritt zur tierärztlichen Abklärung, nicht zu weiteren Anpassungen der Fütterung auf eigene Faust.

Zurück zum Blog