Sehnenschaden beim Pferd: Ursachen, Symptome & moderne Reha-Möglichkeiten
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Ursachen, Symptome, moderne Reha-Möglichkeiten – und was du als Besitzer wirklich tun kannst
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ℹ️ Hinweis
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Ein Sehnenschaden gehört zu den gefürchtetsten Diagnosen im Pferdesport. Laut verschiedenen Erhebungen erleidet etwa jedes zweite Pferd im Laufe seines Lebens mindestens einen Sehnenschaden – damit ist es eine der häufigsten Verletzungen am Bewegungsapparat überhaupt. Die gute Nachricht: Moderne Diagnostik und ein konsequenter Rehabilitationsplan eröffnen heute auch nach schweren Verletzungen realistische Chancen auf Rückkehr in den Sport oder Freizeitbetrieb. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sehnen aufgebaut sind, warum sie so verletzungsanfällig sind, was du sofort tun musst – und was die Rehabilitation tatsächlich bedeutet.
Anatomie: Warum Sehnen so verletzungsanfällig sind
Um zu verstehen, warum Sehnenschäden so ernst zu nehmen sind, hilft ein Blick auf den Aufbau. Sehnen bestehen aus parallel angeordneten Kollagenfaserbündeln – einem der zugfestigsten biologischen Materialien überhaupt. Diese Zugfestigkeit ist beeindruckend, aber mit einem fundamentalen Nachteil verbunden: Sehnen sind kaum dehnbar und extrem schwach durchblutet.
Das Kermproblem: Geringe DurchblutungDie geringe Durchblutung ist der Hauptgrund, warum Sehnenschäden so langwierig sind. Während ein Muskel nach einer Verletzung von gut durchbluteten Gefäßen schnell mit Nährstoffen und Reparaturzellen versorgt wird, passiert das in der Sehne deutlich langsamer. Das bedeutet: Was beim Muskel Wochen braucht, braucht bei der Sehne Monate – manchmal über ein Jahr. Das ist keine Übertreibung, sondern die physiologische Realität, die jeden Rehabilitationsplan bestimmt. |
Die am häufigsten betroffenen Sehnen
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Sehne |
Lage & typische Verletzungssituation |
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Oberflächliche Beugesehne (OBS) |
Verläuft an der Hinterseite des Röhrbeins; häufigster Schaden; tastbar als 'dickes Bein'; Sprungleistungen und tiefer Boden sind typische Auslöser |
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Tiefe Beugesehne (TBS) |
Verläuft tiefer, endet am Hufbein; Schaden oft unsichtbar von außen; Ultraschall unbedingt nötig; häufig Rehe-Folgeschaden |
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Fesselträger (Ligamentum suspensorium) |
Stützband, kein Muskel; Schäden besonders tückisch da oft chronisch und diffus; langsamer Heilungsverlauf |
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Strecksehnen |
Vorderseite des Beins; seltener und meist weniger schwer; oft nach Schnittverletzungen |
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Sehnenscheide |
Umhüllung der Sehne; Entzündung (Sehnenscheidenentzündung) als Vorstufe oder Begleiter echter Sehnenschäden |
Ursachen: Wie ein Sehnenschaden entsteht
Sehnenschäden entstehen selten durch ein einziges dramatisches Ereignis. Meistens ist ein Schaden die Folge eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren, die sich über Zeit summieren. Das macht die Prävention so schwierig – und macht Warnsignale so wichtig.
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Ursachenkategorie |
Was konkret passiert |
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Überlastung / falsches Training |
Zu hohe Trainingsintensität ohne ausreichenden Aufbau; kein angepasstes Aufwärmen; zu lange Trainingseinheiten auf anspruchsvollem Boden |
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Bodenverhältnisse |
Zu tiefer Boden: verlängert die Belastungsphase beim Abfußen; zu harter Boden: erhöhte Stoßbelastung; unebener Boden: unkontrollierte Seitenbelastung |
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Muskelermüdung |
Ermüdete Muskeln können die Sehnen nicht mehr ausreichend schützen – das letzte Drittel langer Trainingseinheiten ist das kritischste |
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Stellungs- und Hufprobleme |
Zu lange Zehen, unkorrekter Beschlag, Fehlstellungen (rückbiegige Fesselung, zehenenge Stellung) belasten einzelne Sehnen dauerhaft ungleichmäßig |
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Übergewicht |
Jedes Kilo zu viel erhöht die Belastung des gesamten Sehnenapparats beim Abfußen |
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Akutes Trauma |
Ausrutschen auf der Weide, Tritt in Loch, Fehltritt bei Sprung – auch gut konditionierte Pferde sind nicht geschützt |
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Degenerative Veränderungen |
Bei älteren Pferden: altersbedingte Verschlechterung der Kollagenqualität erhöht Rissrisiko auch bei normaler Belastung |
⚠️ Die häufigste übersehene Ursache: MuskelermüdungViele Sehnenschäden passieren nicht zu Beginn des Trainings, sondern am Ende. Wenn die Muskulatur ermüdet, verlieren die Sehnen ihren aktiven Schutz – die Muskeln können die Kraft nicht mehr aufnehmen und geben alles an die Sehnen weiter. Besonders kritisch: das letzte Drittel langer Trainingseinheiten, der letzte Sprung im Parcours, die letzte Runde auf dem Distanzritt. Konsequenz: Trainingsende immer dann, wenn das Pferd noch Kraft hat – nicht wenn es erschöpft ist. |
Symptome: Was du sehen, fühlen und beobachten musst
Sehnenschäden äußern sich unterschiedlich – je nach betroffener Sehne, Tiefe des Schadens und Stadium. Einige Pferde lahmen hochgradig, andere zeigen nur minimale Veränderungen. Das macht die Selbstdiagnose unzuverlässig und den Tierarzt unverzichtbar.
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Symptom |
Wann es auftritt |
Was es bedeuten kann |
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Schwellung / Verdickung am Bein |
Meist erste Stunden nach Verletzung sichtbar |
Blut- und Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe; klassisches Zeichen für OBS-Schaden |
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Wärme im Bereich der Sehne |
Oft zeitgleich mit Schwellung |
Entzündungsreaktion – tastbar mit Handrücken im Vergleich zum gesunden Bein |
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Verstärkter Puls am Fesselgelenk |
Auf beiden Seiten des Fesselgelenks tastbar |
Zeichen gesteigerter Durchblutung durch Entzündung |
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Druckschmerz |
Beim direkten Druck auf die Sehne |
Hochgradig verdächtig – immer Tierarzt rufen |
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Lahmheit |
Von leichter Unregelmäßigkeit bis Auftrittsverweigerung |
Grad der Lahmheit korreliert NICHT zwingend mit Schweregard der Verletzung |
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'Banana leg' / Sichelbein |
Auffällig gebogene Stellung des Beins von der Seite |
Schweres Zeichen: Sehne trägt nicht mehr – sofortige Schonung nötig |
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Subtile Gangveränderungen |
Kein Galoppieren, vermiedene Sprünge, kurze Schritte |
Frühe oder chronische Schäden – oft erst im Bewegungstest erkennbar |
Wichtig: Keine Schwellung heißt nicht kein SchadenSchäden an der tiefen Beugesehne (innerhalb der Hufkapsel) oder am Fesselträger sind von außen oft nicht oder kaum sichtbar. Das Pferd kann mäßig lahm wirken, ohne dass ein 'dickes Bein' erkennbar ist. Bei jeder unklaren Lahmheit, die länger als 24–48 Stunden anhält, muss ein Tierarzt hinzugezogen werden – auch wenn äußerlich nichts zu sehen ist. |
Diagnose: Was der Tierarzt untersucht
Die exakte Diagnose bestimmt den Rehabilitationsplan – und damit die Prognose. Der Tierarzt wird typischerweise folgende Schritte durchführen:
- Klinische Untersuchung: Palpation aller Sehnen im Stehen und nach Biegung; Beurteilung von Wärme, Schwellung und Druckempfindlichkeit
- Lahmheitsbeurteilung: Im Schritt und Trab, auf der Longe, gegebenenfalls auf verschiedenen Böden
- Ultraschalluntersuchung (Sono): Goldstandard der Sehnendiagnostik – zeigt Lage, Ausdehnung und Art des Schadens; unverzichtbar für jeden Reha-Plan und für Verlaufskontrollen
- Röntgen: Bei Verdacht auf knöcherne Beteiligung (Ausrisse, Ansatzveränderungen)
- MRT (in Spezialkliniken): Besonders bei Schäden innerhalb der Hufkapsel (tiefe Beugesehne) – genaueste Weichteildarstellung
- Szintigraphie: Zeigt aktive Entzündungsherde; bei unklaren chronischen Befunden
Ultraschall ist Pflicht – auch im VerlaufDer erste Ultraschall zeigt den Ausgangsbefund – er bestimmt den Startpunkt der Rehabilitation. Regelmäßige Verlaufssonos (alle 4–8 Wochen) sind kein Luxus, sondern medizinische Notwendigkeit. Nur der Ultraschall zeigt, ob die Sehne tatsächlich heilt – äußere Symptome können trügen. Belastungssteigerungen dürfen nur auf Basis eines verbesserten Sonobefunds erfolgen – nicht auf Basis des äußeren Erscheinungsbilds. |
Das Narbengewebe-Problem: Warum Sehnenschäden so langwierig sind
Hier liegt das zentrale Problem, das alle anderen Aspekte der Rehabilitation bestimmt – und das in keinem anderen Pferderatgeber so klar erklärt wird:
Wenn eine Sehne verletzt wird, repariert der Körper den Schaden nicht mit Original-Sehnengewebe, sondern mit Narbengewebe. Dieses Narbengewebe ist aus ungeordneten Kollagenfasern zusammengesetzt – im Gegensatz zur perfekt parallel ausgerichteten Struktur der ursprünglichen Sehne.
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Eigenschaft |
Original-Sehne vs. Narbengewebe |
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Kollagenausrichtung |
Parallel, hochgeordnet – maximale Zugfestigkeit in Belastungsrichtung |
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Ungeordnet, chaotisch – deutlich geringere Zugfestigkeit |
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Elastizität |
Gering, aber definiert – belastbar bis zum Riss |
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Noch geringer – bricht früher und anders |
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Durchblutung |
Bereits gering in gesunder Sehne |
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Noch geringer im Narbengewebe – erschwert Umbauprozesse |
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Rückfallrisiko |
Basis-Risiko: bekannt, aber definiert |
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Signifikant erhöht – besonders in den ersten 12–18 Monaten nach Schaden |
Das ist der Grund, warum die Rehabilitation nach einem Sehnenschaden so extrem langsam verlaufen muss: Das Narbengewebe braucht Zeit, um sich unter kontrollierter Belastung schrittweise neu auszurichten und belastbarer zu werden. Zu frühe oder zu starke Belastung zerreißt das fragile neue Gewebe – und der Prozess beginnt von vorn, diesmal mit noch schlechterem Ausgangsmaterial.
Rehabilitationsplan: Die Phasen nach einem Sehnenschaden
Der folgende Rahmen dient der allgemeinen Orientierung. Den individuellen Rehabilitationsplan legt ausschließlich der behandelnde Tierarzt auf Basis des Sonobefunds fest. Abweichungen nach oben oder unten – je nach Schwere der Verletzung – sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Phase 1: Akutversorgung (Stunden bis Tag 14)
Erstes Ziel: Entzündung begrenzen, Schaden nicht vergrößern.
- Sofortige Schonung: Pferd aus dem Training nehmen, keine weitere Belastung
- Kühlung: In den ersten 24–72h intensiv kühlen – Kaltwasser, Kühlbandagen oder Eis in Tuch eingewickelt; je früher, desto besser
- Kompression: Stützverband unter Tierarztanweisung – reduziert Schwellung und stabilisiert
- Tierarzt sofort: Ultraschall für Ausgangsbefund; Entscheidung über Medikation (NSAR, gegebenenfalls Kortison)
- Stallruhe oder sehr begrenzte Schrittstrecken: Nur nach tierärztlicher Anweisung
Phase 2: Kontrollierte Schrittstabilisierung (Woche 2 bis ca. Woche 10)
Ziel: Frühes, kontrolliertes Bewegen verhindert Verklebungen und fördert die geordnete Kollagenausrichtung.
- Schritt auf hartem, ebenem Boden: Harter Boden reduziert Sehnenbelastung im Vergleich zu tiefem Boden
- Anfangs 10–15 Minuten täglich: Schrittweise steigern nach Sono-Freigabe
- Kein Trab, kein Galopp, keine Longe: Auch wenn das Pferd drängelt
- Regelmäßige Sonokontrolle: Alle 4–6 Wochen; Steigerung nur bei objektivem Befundfortschritt
- Orthopädischer Beschlag prüfen: Hufschmied in Absprache mit Tierarzt – korrekte Achsenstellung entlastet die betroffene Sehne
Phase 3: Strukturierter Belastungsaufbau (Woche 10 bis ca. Monat 8–12)
Ziel: Schrittweise Anpassung des Narbengewebes an steigende Belastung.
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Meilenstein |
Voraussetzung für den nächsten Schritt |
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Erster Trab (kurze Geraden) |
Sono zeigt deutlich reduzierte Flüssigkeit, geordnetere Struktur; Tierarzt gibt frei |
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Ausgedehnterer Trab (Runden) |
Kein Warmwerden oder Schwellung nach Belastung; Sono stabil |
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Erste kurze Galoppstrecken |
Mind. 2 stabile Sonos; klinisch vollständig lahmheitsfrei |
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Sprünge / Geländearbeit |
Tierarztfreigabe auf Basis Sono; nur auf weichem, ebenem Boden beginnen |
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Normale Trainingsbelastung |
Frühestens 10–14 Monate nach schwerem Schaden; bei leichten Schäden früher möglich |
⚠️ Der häufigste Fehler: Das Pferd sieht gut ausViele Pferde zeigen bereits nach wenigen Wochen keine äußeren Lahmheitssymptome mehr. Das bedeutet nicht, dass die Sehne ausgeheilt ist – das Narbengewebe braucht unabhängig vom äußeren Erscheinungsbild seine Zeit. Die Entscheidung zur Belastungssteigerung trifft ausschließlich der Ultraschallbefund – nicht das Auge des Besitzers. Frühzeitige Überbelastung ist der häufigste Grund für Rückfälle – und Rückfälle verschlechtern die Langzeitprognose jedes Mal. |
Moderne Therapiemethoden: Was über konservative Behandlung hinaus möglich ist
Neben dem klassischen Bewegungsprogramm stehen heute verschiedene ergänzende Methoden zur Verfügung, die in Absprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden können:
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Therapie |
Einordnung und Anwendung |
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PRP (Plättchenreiches Plasma) |
Eigenbluttherapie; konzentrierte Wachstumsfaktoren werden direkt in die Sehne injiziert; in spezialisierten Kliniken verfügbar; vielversprechende Studienresultate |
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Stammzelltherapie |
Aus Fettgewebe oder Knochenmark gewonnene Stammzellen; teurer, aber bei schweren Schäden zunehmend eingesetzt |
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Stoßwellentherapie |
Akustische Druckwellen; regt Gewebereparaturprozesse an; gut geeignet für Übergangsphasen und chronische Ansatzveränderungen |
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Lasertherapie (K-Laser) |
Photobiomodulation auf zellulärer Ebene; unterstützend in der Akut- und Heilungsphase eingesetzt |
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Magnetfeldtherapie |
Weit verbreitet in der Praxis; einfach anzuwenden; Evidenz begrenzt, aber praktikabel als begleitende Maßnahme |
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Hyaluronsäure-Injektion |
In die Sehnenscheide; besonders bei Sehnenscheidenentzündungen; reduziert Reizung und verbessert Gleiteigenschaften |
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Physiotherapie / Massage |
Verhindert Muskelverkürzungen durch Inaktivität; fördert Lymphfluss; wichtig besonders in der Schrittstabilisierungsphase |
Fütterung im Kontext der Sehnenrehabilitaion
Sehnen bestehen zu einem Großteil aus Kollagen – einem Protein, das der Körper selbst herstellt. Für diese Kollagensynthese braucht der Körper Baustoffe: bestimmte Aminosäuren, Spurenelemente und Vitamine. Eine bedarfsgerechte Grundversorgung stellt sicher, dass dem Körper diese Baustoffe zur Verfügung stehen.
Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und dienen nicht der Behandlung von Sehnenschäden. Die nachfolgenden Informationen beschreiben die Rolle bestimmter Nährstoffe in normalen Körperprozessen – nicht als Therapieversprechen.
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ℹ️ Hinweis Alle Fütterungsanpassungen im Rahmen einer Sehnenrehabilitation besprichst du mit deinem Tierarzt oder einem Pferdeernährungsberater. Eine Heuanalyse ist die sinnvolle Grundlage – sie zeigt, welche Nährstoffe tatsächlich in der Ration fehlen. |
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Nährstoff |
Rolle in normalen Körperprozessen – relevant im Kontext Sehnen |
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Lysin |
Essentielle Aminosäure; direkter Baustein der Kollagensynthese; im Heu oft unzureichend vorhanden |
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Methionin |
Schwefelliefernde Aminosäure; an der Quervernetzung von Kollagenfasern beteiligt – bestimmt die Zugfestigkeit der Sehne |
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Prolin / Hydroxyprolin |
Zentrale Aminosäuren im Kollagenmolekül; der Körper kann sie aus anderen Aminosäuren aufbauen, wenn ausreichend Protein vorhanden ist |
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Vitamin C |
Cofaktor für die Kollagensynthese; bei Pferden normalerweise ausreichend, aber in Stressphasen kann der Bedarf steigen |
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Mangan |
Spurenelement; beteiligt an der Proteoglykan-Synthese in Bindegewebe; in vielen deutschen Heusorten unzureichend |
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Kupfer |
Cofaktor für Lysyloxidase – das Enzym, das Kollagenfasern quervernetzt; Mangel beeinträchtigt Bindegewebsqualität |
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Selen |
Antioxidativer Schutz auf Zellebene; Selenmangel in selenarmen Böden Deutschlands verbreitet |
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MSM (Methylsulfonylmethan) |
Organische Schwefelquelle; in der Pferdehaltung weit verbreitet bei Pferden mit Belastung des Bewegungsapparats |
Unsere AHIPOS-ProduktempfehlungAHIPOS Body Builder – Ergänzungsfuttermittel mit gezieltem Aminosäureprofil (Lysin, Methionin, Threonin) als Beitrag zur bedarfsgerechten Versorgung von Sportpferden und Pferden in der Rehabilitation: Equinox Dynamic – Ergänzungsfuttermittel mit MSM, Teufelskralle und weiteren Wirkstoffen; in der Praxis weit verbreitet bei Pferden mit Belastung des Bewegungsapparats: AHIPOS MSM – Ergänzungsfuttermittel mit hochdosiertem organischen Schwefel (MSM) als Basisergänzung für Pferde mit intensiver Beanspruchung des Bewegungsapparats: |
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ℹ️ Hinweis Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und dienen nicht der Behandlung von Sehnenschäden. Sie sind Teil einer vollständigen Grundernährung – kein Ersatz für tierärztliche Behandlung oder das Rehabilitationsprogramm. |
Prävention: Was du tun kannst, um das Risiko zu senken
Nicht jeder Sehnenschaden ist vermeidbar – aber das Risiko lässt sich durch konsequente Maßnahmen deutlich reduzieren:
- Konsequentes Aufwärmen: Mindestens 15–20 Minuten Schritt vor jeder Trainingseinheit; bei Kälte und Boxenpferden länger
- Trainingsaufbau nach dem 10%-Prinzip: Belastung pro Woche maximal 10% steigern – gilt für Dauer, Intensität und Bodenschwierigkeit
- Bodenwahl: Tiefen, unebenen und sehr harten Boden meiden; besonders bei langen Einheiten und Springen
- Trainingsende bei Ermüdung: Lieber früher aufhören – ermüdete Muskeln schützen die Sehnen nicht mehr
- Regelmäßige Hufpflege: Alle 6–8 Wochen Hufschmied; korrekte Achsenstellung und passende Zehlänge sind entscheidend
- Gewichtsmanagement: Übergewicht dauerhaft vermeiden – jedes Kilogramm zu viel erhöht die Dauerbelastung der Sehnen
- Sehnencheck nach jedem Training: Kurzes Abtasten der Beine auf Wärme, Schwellung und Pulsation – 2 Minuten Routine, die vieles früh erkennt
- Ausreichend Bewegungszeit: Freie Bewegung auf der Weide erhält die Sehnendurchblutung und die natürliche Konditionierung besser als Box mit täglichem Training
FAQ: Häufige Fragen zum Sehnenschaden beim Pferd
❓ Wie lange dauert die Heilung nach einem Sehnenschaden?
Das hängt stark von Sehne, Schwere und Verlauf ab. Als grobe Orientierung: leichte OBS-Schäden 6–9 Monate, mittelschwere OBS-Schäden 9–14 Monate, Fesselträgerschäden 12–18 Monate oder länger. Das sind Richtwerte – den tatsächlichen Zeitplan bestimmt der Ultraschallbefund, nicht der Kalender.
❓ Kann mein Pferd nach einem Sehnenschaden wieder in den Sport?
In vielen Fällen ja – aber das ist keine Garantie. Die Prognose hängt von der betroffenen Sehne, dem Schweregrad, dem Alter des Pferdes und der Qualität der Rehabilitation ab. Ein sorgfältig rehabilitiertes Pferd hat deutlich bessere Chancen als eines, das zu früh wieder belastet wurde. Der Tierarzt kann nach vollständiger Diagnostik eine realistische Einschätzung geben.
❓ Warum ist Boxenruhe allein nicht ausreichend?
Reine Boxenruhe führt zu Verklebungen der heilenden Sehne mit umliegendem Gewebe und zu Muskelabbau. Außerdem richten sich die neuen Kollagenfasern nur dann parallel aus, wenn sie kontrolliert belastet werden. Kontrollierte Schrittstrecken sind deshalb heute fester Bestandteil jeder seriösen Sehnenrehabilitation – aber immer nach tierärztlicher Vorgabe.
❓ Was ist der Unterschied zwischen einem OBS-Schaden und einem Fesselträgerschaden?
Die oberflächliche Beugesehne (OBS) ist eine echte Sehne – sie überträgt Muskelkraft auf den Knochen. Der Fesselträger ist ein Ligament – ein passives Stützband ohne Muskelverbindung. Beide haben unterschiedliche Heilungsverläufe: OBS-Schäden sind oft gut sichtbar und hören sich besser an als sie sind. Fesselträgerschäden sind häufig schleichend, schwerer zu sehen und dauern oft länger in der Rehabilitation.
❓ Kann ich meinem Pferd bei der Rehabilitation mit der Fütterung helfen?
Eine bedarfsgerechte Grundversorgung mit Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen gehört zur sinnvollen Unterstützung jedes Pferdes in der Rehabilitation. Welche Nährstoffe tatsächlich fehlen, zeigt eine Heuanalyse. Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und behandeln keine Sehnenschäden – sie ergänzen eine vollständige Grundernährung. Alle Fütterungsanpassungen besprichst du mit deinem Tierarzt.
❓ Warum hat mein Pferd nach dem Sehnenschaden wieder einen Rückfall bekommen?
Rückfälle sind bei Sehnenschäden das häufigste Problem – und fast immer die Folge zu früher Belastungssteigerung. Das Narbengewebe sieht äußerlich gut aus, ist aber noch nicht stabil genug für die gewählte Belastung. Andere Ursachen: Bodenwechsel ohne ausreichende Anpassungszeit, unkorrekter Beschlag, fehlende Sonokontrolle vor Belastungssteigerung. Nach jedem Rückfall gilt: neuer Ultraschall, neuer Plan.
❓ Ist Kühlen nach dem Training generell empfehlenswert?
Ja – präventives Kühlen der Beine nach dem Training ist eine sinnvolle Routinemaßnahme, besonders bei intensiver Arbeit, auf schwerem Boden oder nach Springbelastung. 10–20 Minuten kaltes Wasser oder Kühlgamaschen können übermäßige Entzündungsreaktionen im normalen Belastungsbereich dämpfen. Das ersetzt nicht den regelmäßigen Sehnencheck, ergänzt ihn aber sinnvoll.
❓ Wie erkenne ich frühzeitig, dass etwas nicht stimmt?
Die drei zuverlässigsten Frühzeichen: (1) Wärme im Bereich der Sehne, die nach dem Abkühlen bestehen bleibt. (2) Leichte, nicht erklärbare Schwellung, die sich nach einer Nacht nicht vollständig zurückzieht. (3) Verstärkter Puls an den Fesseln nach normaler Arbeit. Bei einem dieser Zeichen: 2–3 Tage Pause, kühlen, beobachten. Bleibt es bestehen: Tierarzt – kein Abwarten.
❓ Wann muss ich sofort den Tierarzt rufen?
Sofort bei: deutlicher Schwellung, die innerhalb von Stunden entsteht; Lahmheit, die mehr als leichtgradig ist; Pulsation, die nach Abkühlung nicht nachlässt; Unfähigkeit, das Bein normal zu belasten; 'Banana leg' oder veränderte Beinstellung. Bei diesen Zeichen nicht abwarten – jede Stunde zählt für den Akutbefund.