Strahlfäule beim Pferd: Warum Jodoformäther oft nicht reicht und die Ursache im Darm liegt
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Es ist ein Geruch, der jedem Pferdesportler sofort in die Nase steigt: faulig, süßlich-gärig und schwarz. Strahlfäule (Pododermatitis chronica verrucosa) ist weit mehr als nur ein kosmetisches Problem. In fortgeschrittenen Stadien zerfrisst sie das Strahlhorn bis auf die empfindliche Lederhaut, verursacht Schmerzen, Zwanghufe und im schlimmsten Fall Lahmheiten.
Die gängige Meinung lautet oft: „Der steht zu nass, da muss man mal ordentlich Blauspray oder Jodoformäther draufkippen.“ Doch diese Herangehensweise ist veraltet und oft kontraproduktiv. Um Strahlfäule dauerhaft loszuwerden, müssen wir verstehen, dass der Huf ein Spiegel des Stoffwechsels ist.
Der Feind liebt es luftdicht: Anaerobe Bakterien
Verursacher der Fäulnis sind meist Spindel-Bakterien (Fusobacterium necrophorum), die überall im Boden vorkommen. Es sind Anaerobier – das heißt, sie hassen Sauerstoff und lieben ein feuchtes, warmes Milieu unter Luftabschluss.
Genau dieses Milieu finden sie in den Strahlfurchen, wenn:
- Kot und Urin (Ammoniak) das Horn aufweichen und aggressiv zersetzen.
- Mangelnde Hufbearbeitung dazu führt, dass sich der Strahl verengt (Zwanghuf) und die Furchen so tief werden, dass kein Sauerstoff mehr hineingelangt.
- Hufbeschlag den Hufmechanismus einschränkt, wodurch der Strahl weniger durchblutet wird.
Wenn Hygiene allein nicht hilft: Die Ursache von Innen
Viele Pferdehalter verzweifeln, weil sie die Box penibel sauber halten, den Paddock abäppeln und trotzdem fault der Strahl weg. Hier kommt der entscheidende Faktor ins Spiel, der oft übersehen wird: Die Hornqualität von innen.
Ein gesunder, widerstandsfähiger Huf verfügt über eine natürliche Barriere gegen Bakterien. Ist das Horn jedoch weich, rissig oder porös, haben Bakterien leichtes Spiel.
1. Zinkmangel und Keratinbildung
Das Hufhorn besteht größtenteils aus Keratin. Für dessen Bildung benötigt der Körper Zink, Biotin und schwefelhaltige Aminosäuren (Methionin, Cystein).
Fehlt Zink im Futter (was im Heu häufig der Fall ist) oder kann es im Darm nicht aufgenommen werden, produziert der Körper nur minderwertiges „Not-Horn“. Dieses ist weicher und anfälliger für Fäulnisbakterien. Ein Pferd mit Strahlfäule hat fast immer einen latenten Zinkmangel oder einen gestörten Zink-Stoffwechsel.
2. Der Darm als Gatekeeper
Hier schließt sich der Kreis zu den Postbiotika und Fermenten. Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) produziert Toxine und verändert den pH-Wert des Körpers. Zudem ist ein entzündeter Darm nicht in der Lage, Mikronährstoffe wie Zink oder Vitamine effizient aufzunehmen.
Man sagt nicht umsonst: „Ohne gesunden Darm kein gesunder Huf.“ Kotwasser ist oft der Vorbote von Strahlfäule – nicht nur, weil es die Hinterhufe von außen benetzt, sondern weil es anzeigt, dass die Nährstoffaufnahme im Inneren nicht stimmt.
Fehler in der Behandlung: Warum „Viel hilft viel“ schadet
In der Verzweiflung greifen viele Reiter zu aggressiven Mitteln: Jodoformäther, konzentriertes Wasserstoffperoxid oder Kupfersulfat in Reinform.
Das Problem: Diese Mittel töten zwar Bakterien, aber sie verätzen und austrocknen auch das gesunde Strahlhorn. Das Horn wird spröde, bekommt Mikrorisse – und genau dort setzen sich die Bakterien am nächsten Tag wieder fest. Ein Teufelskreis beginnt. Zudem brennen diese Mittel auf der Lederhaut, was das Pferd scheu beim Hufekratzen macht.
Besser:
- Sanfte Desinfektion (z. B. auf Basis von hypochloriger Säure oder milden ätherischen Ölen).
- Tamponieren: Das Wichtigste ist, Luft in die Furche zu bringen. Ein mit Pflegemittel getränkter Mullstreifen, fest in die mittlere Strahlfurche gedrückt, wirkt Wunder. Er hält den Dreck raus und drückt die Furche mechanisch etwas auf („Belüftung“).
Strategien für starke Hufe: Fütterung und Pflege
Die Bekämpfung von Strahlfäule ruht auf drei Säulen:
- Haltung/Hygiene: Trockener Stand (zumindest stundenweise), Ammoniakbelastung reduzieren.
- Lokale Behandlung: Täglich reinigen, tamponieren, aber nicht wegätzen.
- Innenversorgung: Das Horn härten und das Milieu verbessern.
Versorgung der „Baustelle Huf“
Um dem Körper das Material zu liefern, das er zur Reparatur des zerfressenen Strahls benötigt, ist eine gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen essenziell.
AHIPOS Fell & Huf setzt genau hier an. Es liefert hochdosiertes Biotin, Zink und Schwefelverbindungen (MSM), die Bausteine für Keratin sind. Ziel ist es, dass das nachwachsende Horn so dicht und fest ist, dass Bakterien keine Angriffsfläche mehr finden.
Die Basis im Bauch
Da Hufprobleme oft Resorptionsprobleme sind, lohnt sich der Blick auf die Verdauung. Wenn das Pferd Nährstoffe schlecht verwertet, hilft oft die Unterstützung der Darmflora durch Hefen (wie Saccharomyces cerevisiae). Diese wirken probiotisch und unterstützen das mikrobielle Gleichgewicht.
In AHIPOS Digestiv sind solche Komponenten enthalten. Durch die Stabilisierung des Darmmilieus wird nicht nur das Immunsystem entlastet, sondern auch die Verwertung von Mineralien wie Zink verbessert, was indirekt der Hufgesundheit zugutekommt.
Strahlfäule oder Strahlkrebs?
Vorsicht ist geboten, wenn die Fäule trotz guter Behandlung nicht weicht, sondern der Strahl beginnt, blumenkohlartig zu wuchern und leicht blutet. Dies kann ein Hinweis auf Hufkrebs (Strahlkrebs) sein. Dabei handelt es sich nicht um einen Tumor, sondern um eine chronische Hypertrophie der Lederhaut. Dies ist ein medizinischer Notfall und erfordert oft eine radikale chirurgische Sanierung.
Unser Fazit
Strahlfäule ist ein Warnsignal. Es zeigt an, dass das System „Pferd“ im Ungleichgewicht ist – sei es durch die Haltung (Ammoniak) oder den Stoffwechsel (Zinkmangel, Darmprobleme). Statt die Symptome mit ätzenden Chemikalien zu bekämpfen, die das Horn langfristig schädigen, ist Geduld und ein ganzheitlicher Ansatz gefragt.
Trockene Einstreu, penibles Tamponieren und die Auffüllung der Nährstoffspeicher durch Produkte wie AHIPOS Fell & Huf sorgen dafür, dass das Pferd bald wieder auf gesundem, tragfähigem Fundament steht.
FAQ: Wichtige Fragen zur Strahlfäule
| Frage | Antwort |
| Ist Strahlfäule ansteckend? | Nein, nicht direkt. Die Bakterien (Fusobacterium) sind ohnehin überall im Boden vorhanden. Allerdings deutet das Auftreten bei mehreren Pferden im selben Stall auf ein generelles Hygieneproblem oder schlechte Bodenverhältnisse hin, die alle Pferde gleichermaßen betreffen. |
| Darf ich Teer auf den Strahl streichen? | Nein, bitte nicht! Hufteer verschließt den Huf luftdicht. Da die Fäulnisbakterien aber anaerob sind (also unter Luftabschluss gedeihen), schafft man ihnen unter der Teerschicht ein perfektes Brutklima. Teer gehört – wenn überhaupt – nur auf einen absolut gesunden Huf, niemals auf einen infizierten. |
| Helfen Windeln bei Strahlfäule? | Ja, ein sogenannter „Angussverband“ oder das Einpacken mit einer Babywindel kann helfen, ein Medikament über Nacht am Huf einwirken zu lassen und den Huf trocken zu halten. Wichtig: Der Huf muss danach wieder „atmen“ können. Dauerhaftes Einpacken macht das Horn weich. |
| Kann ich mein Pferd mit Strahlfäule reiten? | In leichten Fällen ja. Bewegung fördert die Durchblutung des Hufes („Hufmechanismus“), was die Heilung beschleunigt und das Hornwachstum anregt. Wenn das Pferd jedoch fühlig läuft, lahmt oder die Lederhaut offen liegt, ist Reiten tabu. |
| Wie lange dauert die Heilung? | Das hängt von der Tiefe der Furchen ab. Bis eine tiefe mittlere Strahlfurche komplett von unten herausgewachsen ist, können Wochen bis Monate vergehen. Konsequenz ist der Schlüssel: Einmaliges Vergessen des Tamponierens wirft den Erfolg oft um Tage zurück. |
Rechtlicher Hinweis zu unseren Produkten:
Die Produkte von AHIPOS und EQUINOX sind Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Nährstoffversorgung und physiologischen Körperfunktionen. Sie sind keine Medikamente. Bei hochgradiger Strahlfäule mit Lahmheit, tiefen Fleischwunden oder Verdacht auf Strahlkrebs ist zwingend ein Tierarzt oder ein geprüfter Hufschmied/Hufpfleger hinzuziehen.