Obere Atemwege beim Pferd - Kehlkopfpfeifen, versteckte Blockaden und was wirklich dahintersteckt

Obere Atemwege beim Pferd - Kehlkopfpfeifen, versteckte Blockaden und was wirklich dahintersteckt

Das Wichtigste auf einen Blick

Obere Atemwegserkrankungen beim Pferd treten häufig ausschließlich unter Belastung auf – im Stand ist das Pferd völlig unauffällig. Das macht sie so tückisch.

Pfeifen im Galopp, ungewohntes Röcheln, plötzliches Verschlucken beim Reiten oder spürbarer Leistungsabfall ohne orthopädischen Befund: Das sind die Warnsignale.

Der physikalische Grund warum schon kleine Verengungen so wirkungsvoll sind: Halbiert sich der Durchmesser eines Atemwegs, sinkt der Luftstrom nicht um 50% – sondern um das 16-Fache (Poiseuille-Gesetz).

Die häufigsten Erkrankungen: Kehlkopfpfeifen (Hemiplegia laryngis), DDSP, Epiglottis-Entrapment, dynamischer Pharyngealkollaps, Pharynxzysten.

Entscheidend: Ohne Endoskopie – idealerweise als Mobilendoskopie unter Belastung – bleibt die Diagnose Spekulation.

Sofort Tierarzt wenn: Atemgeräusche plötzlich auftreten, Leistung einbricht, Verschlucken beim Reiten, Nasenausfluss oder Kehlgang-Schwellung.

 

ℹ️ Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.

Bei Atemgeräuschen unter Belastung oder plötzlichem Leistungsabfall immer Tierarzt einschalten.

Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und dienen nicht der Behandlung von Atemwegserkrankungen.


Obere Atemwege beim Pferd: Kehlkopfpfeifen, Atemgeräusche und versteckte Blockaden

Das Pferd frisst gut, wirkt fit, ist im Alltag motiviert – und trotzdem stimmt beim Reiten etwas nicht. Im Trab kaum wahrnehmbar, im Galopp plötzlich ein Pfeifen. Beim Anreiten ein Geräusch das es gestern noch nicht gab. Oder einfach: Das Pferd wird früher müde als erwartet, ohne dass ein Lahmheitsbefund die Erklärung liefert. Erkrankungen der oberen Atemwege sind einer der häufigsten Leistungslimitatoren beim Reitpferd – und gleichzeitig einer der am meisten übersehenen.

 

Häufige Fragen – direkte Antworten

❓ Mein Pferd pfeift nur im Galopp – ist das schon Kehlkopfpfeifen?

Nicht zwangsläufig, aber es ist der klassische Hinweis. Kehlkopfpfeifen (Hemiplegia laryngis) entsteht durch eine einseitige Lähmung des Musculus cricoarytaenoideus dorsalis – meistens links. Das betroffene Stimmband hängt in den Luftstrom und erzeugt das typische inspiratorische Pfeifen, das bei hoher Atemfrequenz (Galopp, Bergarbeit) deutlich hörbar wird. Im Schritt und Trab reicht der Luftstrom oft nicht aus um das Geräusch auszulösen. Eindeutige Diagnose: nur durch Kehlkopfendoskopie möglich, idealerweise unter Belastung (Mobilendoskopie).

❓ Was ist der Unterschied zwischen Kehlkopfpfeifen und DDSP?

Kehlkopfpfeifen (Hemiplegia laryngis) entsteht durch eine Nervenlähmung – das Stimmband wird nicht mehr aktiv in Position gehalten und kollabiert in den Luftstrom. Das erzeugt ein hohes, kontinuierliches inspiratorisches Pfeifgeräusch. DDSP (Dorsale Verlagerung des Gaumensegels) ist eine funktionelle Störung: Das Gaumensegel rutscht unter Belastung nach oben und blockiert den Luftweg partiell. Das Geräusch ist eher schnarchartig und fluktuierend, oft begleitet von einem charakteristischen Schlucken das das Pferd ausführt um das Gaumensegel wieder in Position zu bringen. Beide Erkrankungen können gleichzeitig auftreten.

❓ Warum zeigt mein Pferd im Stall gar keine Symptome, aber beim Reiten schon?

Das liegt an der Physik der Atemwege unter Belastung. Im Ruhezustand atmet ein Pferd etwa 8–14 Mal pro Minute und bewegt dabei vergleichsweise wenig Luft. Im Galopp steigt die Atemfrequenz auf bis zu 120 Atemzüge pro Minute – synchron mit dem Galoppsprung. Die Luftströmungsgeschwindigkeit steigt dabei dramatisch, und genau dann wird eine Verengung die im Ruhezustand problemlos toleriert wird zum signifikanten Hindernis. Dazu kommen dynamische Erkrankungen wie der Pharyngealkollaps, der im Stand anatomisch nicht existiert und erst unter dem Unterdruck der Einatmung auftritt.

❓ Was ist der dynamische Pharyngealkollaps – und warum wird er so oft übersehen?

Der dynamische Pharyngealkollaps (DPC) ist eine Erkrankung die im Stand schlicht nicht existiert. Der Rachenraum hat bei ruhendem Pferd normale Weite. Unter intensiver Belastung entsteht beim Einatmen ein starker Unterdruck im Atemtrakt – und bei betroffenen Pferden kollabieren die Rachenwände unter diesem Unterdruck partiell zusammen. Das verringert den Luftstrom massiv, ohne dass im Stand irgendetwas auffällt. Diagnose: ausschließlich durch Mobilendoskopie, also Endoskopie während Bewegung auf dem Laufband oder unter dem Reiter.

❓ Mein Pferd verschluckt sich beim Reiten – was bedeutet das?

Wiederholtes Verschlucken unter Belastung ist ein klassisches Symptom der DDSP (Dorsalen Verlagerung des Gaumensegels). Das Gaumensegel rutscht aus seiner normalen Position und blockiert teilweise den Nasopharynx. Das Pferd schluckt reflexartig um es wieder in Position zu bringen – sichtbar als Kopfnicken oder kurzer Aussetzer. Alternativ: Entrapment der Epiglottis, bei dem eine Schleimhautfalte die Epiglottis einfängt und die normale Schluckfunktion beeinträchtigt. Beides erfordert endoskopische Abklärung.

❓ Helfen Ergänzungsmittel bei Erkrankungen der oberen Atemwege?

Ergänzungsmittel ersetzen keine tierärztliche Diagnose und behandeln keine strukturellen Erkrankungen der oberen Atemwege. Was sinnvoll sein kann: Die Begleitfaktoren optimieren. Stress und Verspannungen im Kehlbereich können dynamische Erkrankungen verstärken – hier können entspannende Produkte wie AHIPOS Coolness unterstützen. Schleimhautgesundheit und Immununterstützung in Belastungsphasen: AHIPOS Sulfo Immun. Atemwegsunterstützende Kräuter: EQUINOX Inhale. Magengesundheit – wegen der anatomischen Kopplung zwischen Zungenbein, Genick und Magenspannung: EQUINOX Nonegus.


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❓ Welche Risikopferde sind besonders häufig betroffen?

Für Kehlkopfpfeifen: vor allem Wallache und Hengste großer Rassen (Warmblüter, Kaltblüter, Haflinger, Isländer) – der linke Rekurrensnerv ist durch seine lange Strecke besonders verletzlich. Für DDSP: junge Pferde unter 5 Jahren, die das Zungenbein noch nicht vollständig entwickelt haben, sowie Pferde die in sehr enger Aufrichtung geritten werden. Für dynamischen Pharyngealkollaps: Hochleistungspferde in intensiver Trainingsphase. Stresssensible Pferde mit erhöhter Muskelspannung im Halsbereich sind grundsätzlich gefährdeter für dynamische obere Atemwegserkrankungen.

❓ Kann Training Atemwegsprobleme verursachen oder verschlimmern?

Ja – und das ist ein unterschätzter Faktor. Sehr enge Aufrichtearbeit (Rollkur, starke Versammlung) erhöht die Spannung in der Zungenbein- und Kehlkopfmuskulatur erheblich. Das kann dynamische Erkrankungen wie DDSP begünstigen oder verschlimmern. Pferde die dauerhaft hinter der Senkrechten geritten werden, zeigen häufiger DDSP als solche in natürlicher Aufrichtung. Trainingsanpassung – mehr Vorwärts-Abwärts, weniger Zwang, Schritt am langen Zügel – ist Teil der Therapie, nicht nur der Prävention.

Anatomie der oberen Atemwege: Was Luft alles durchlaufen muss

Bevor ein einziges Luftmolekül in der Lunge ankommt, hat es einen langen und komplexen Weg hinter sich. Jeder Abschnitt dieser Strecke kann Ursprung einer Erkrankung sein:

Anatomische Station

Funktion – und welche Erkrankungen hier entstehen können

Nüstern

Erste Eintrittspforte; Flügelknorpel kontrollieren Öffnung; bei Erschlaffung: inspiratorisches Kollabieren möglich (selten, aber bei alten Pferden)

Nasengänge

Filtration, Erwärmung, Befeuchtung; Nasenpolypen, Sinusitis oder Nasenbluten können hier Widerstand erzeugen

Nasennebenhöhlen

Resonate Hohlräume; Zysten, Sinusitis oder Tumore können Luftstrom beeinträchtigen; oft erkennbar an Nasenausfluss nur einer Seite

Rachen (Nasopharynx)

Kreuzungspunkt für Luft und Nahrung; DDSP und Pharyngealkollaps entstehen hier; Lymphgewebe kann bei Infekten anschwellen

Kehldeckel (Epiglottis)

Verschluss der Luftröhre beim Schlucken; Entrapment: Schleimhautfalte hält Epiglottis fest → gestörte Luftführung und Schluckfunktion

Kehlkopf (Larynx)

Stimmritzenschutz und Luftstromkontrolle; Hemiplegia laryngis entsteht hier durch Lähmung des Arytenoid-Knorpels; kritischste Engstelle im Hochleistungsbereich

Obere Luftröhre

Übergang zum Thorax; Trachealerkrankungen (Kollaps, Zysten) selten aber möglich; endoskopisch zugänglich


Poiseuille-Gesetz: Warum Millimeter über Leistung entscheiden

Das Hagen-Poiseuille-Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Rohrradius und Strömungswiderstand.

Für zylindrische Röhren gilt: Der Volumenstrom ist proportional zur vierten Potenz des Radius.

Konkret: Halbiert sich der Durchmesser eines Atemwegs, sinkt der Luftstrom nicht um 50% – sondern um das 16-Fache (2⁴ = 16).

Eine Schwellung von nur 20% des Kehlkopfdurchmessers kann den Luftdurchsatz um über 50% reduzieren.

Das erklärt warum Pferde mit Kehlkopfpfeifen im Schritt kaum Symptome zeigen, im Galopp aber massiv einbrechen: Erst bei hohem Luftbedarf wird die Engstelle zum Flaschenhals.


Die 5 wichtigsten Erkrankungen der oberen Atemwege


1. Kehlkopfpfeifen (Hemiplegia laryngis)

Die einseitige Lähmung des Musculus cricoarytaenoideus dorsalis – fast immer links – ist die häufigste chirurgisch behandelte Atemwegserkrankung beim Pferd. Der linke Rekurrensnerv hat einen deutlich längeren Verlauf als der rechte (Umweg über die Aorta) und ist daher anfälliger für Druckschäden, Traumata und idiopathische Degeneration.

Aspekt

Details zur Hemiplegia laryngis

Entstehung

Denervierung des linken M. cricoarytaenoideus dorsalis; betroffener Aryknorpel und Stimmband werden nicht mehr aktiv abgeducted; hängen in den Luftstrom

Typisches Geräusch

Hochfrequentes inspiratorisches Pfeifen im Galopp; intensiver bei hoher Aufrichtung und bergauf; bilateral kann auch Röcheln auftreten

Betroffene Pferde

Vor allem Wallache und Hengste; große Rassen (Warmblut, Kaltblut, Haflinger, Isländer); selten Ponys und Stuten

Diagnose

Kehlkopfendoskopie: Grad 1–4 Einstufung nach Cook; Mobilendoskopie für dynamische Beurteilung unter Belastung

Behandlung

Laryngoplastik (operative Abduction des Aryknorpels) ± Ventrikulektomie; bei milden Graden ggf. konservativ; Prognose abhängig von Grad

Reitpraxis

Tiefe Kopf-Hals-Haltung entlastet; enge Aufrichtung verschlimmert; Bergarbeit und intensiver Galopp limitieren


2. Dorsale Verlagerung des Gaumensegels (DDSP)

Das weiche Gaumensegel (Palatum molle) liegt normalerweise unterhalb der Epiglottis und trennt Rachen- von Nasenraum. Bei DDSP wandert es unter Belastung nach dorsal (nach oben), legt sich über die Epiglottis und blockiert partiell den Nasopharynx. Das Ergebnis: charakteristische Atemgeräusche und reflexartiges Schlucken.


  • Typische Auslöser: Junge Pferde (unreifes Zungenbein), Stress, enge Aufrichtearbeit, Erschöpfung, subklinische Rachenentzündung
  • Geräusch: Flatterndes, schnarchendes, gurrendes Geräusch – fluktuierend, nicht konstant wie Kehlkopfpfeifen
  • Begleitsymptom: Schlucken unter dem Reiter (Versuch das Gaumensegel zu repositionieren)
  • Behandlung: Je nach Ursache – Trainingsanpassung, Zungenbein-Physiotherapie, Zungenband-Durchtrennung, Kehlkopfchirurgie; viele Fälle bessern sich durch Managementanpassung


3. Entrapment der Epiglottis

Die Epiglottis ist normalerweise frei beweglich und verschließt beim Schlucken die Luftröhre. Beim Epiglottis-Entrapment wird sie von der Ary-Epiglottis-Falte (einer Schleimhautfalte) dauerhaft oder intermittierend umschlossen – ein Zustand der die normale Funktion beeinträchtigt.

  • Häufig: intermittierendes Entrapment nur unter Belastung – im Stand normal
  • Symptome: Unruhiges, wechselndes Atemgeräusch; vermehrter Schleim; Schluckprobleme; Hustenreiz beim Fressen
  • Diagnose: Endoskopie – die Epiglottis ist von Schleimhaut bedeckt statt frei sichtbar
  • Behandlung: Chirurgische Durchtrennung der Falte (Hook-Methode oder Laser); gute Prognose

4. Dynamischer Pharyngealkollaps (DPC)

Der dynamische Pharyngealkollaps ist das Paradebeispiel für eine belastungsinduzierte Erkrankung. Der Rachenraum hat im Ruhezustand ausreichende Weite, kollabiert aber unter dem starken Unterdruck der Einatmung bei intensiver Arbeit. Nur durch Mobilendoskopie diagnoszierbar.

  • Besonderheit: Im Stand und bei Standoskopie völlig unauffällig – klassisches diagnostisches Dilemma
  • Symptome: Leistungsabfall ohne Befund; Atemgeräusche nur bei Hochleistung; Pferd 'geht nicht mehr'
  • Diagnose: Mobilendoskopie auf dem Laufband oder unter dem Reiter – einzige zuverlässige Methode
  • Behandlung: Trainingsmanagement; Pharynxnaht in schweren Fällen; Stressreduktion

5. Pharyngeale Zysten

Zystische Strukturen im Rachen können aus embryonalen Resten oder chronischen Entzündungen entstehen und den Atemweg progressiv verengen. Sie bleiben lange symptomlos bis die Zyste eine kritische Größe erreicht.

  • Symptome: Langsam zunehmende Leistungsminderung; chronischer einseitiger Nasenausfluss; Schluckbeschwerden; Hustenreiz
  • Diagnose: Endoskopie + Ultraschall; ggf. CT für genaue Lokalisation
  • Behandlung: Chirurgische Entfernung; Prognose abhängig von Lage und Größe


Symptome und Warnsignale: Wann du sofort handeln musst

Symptom

Wann es auftritt

Wahrscheinliche Ursache – was das sein könnte

Hochfrequentes Pfeifen

Im Galopp, bergauf, bei Aufrichtung

Hemiplegia laryngis; Mobilendoskopie nötig

Flatterndes Schnarchen

Unter Belastung, fluktuierend

DDSP; tritt auf und vergeht; Schlucken begleitend

Schlucken beim Reiten

Während Training, besonders Galopp

DDSP; Epiglottis-Entrapment; Kehlkopfproblematik

Leistungsabfall ohne Lahmheitsbefund

Unter Belastung, Pferd 'macht zu'

Dynamischer Pharyngealkollaps; Kehlkopfpfeifen

Nasenausfluss einseitig

Dauerhaft, unabhängig von Belastung

Sinusitis, Pharynxzyste, Nasennebenhhöhlenerkrankung

Schwellung Kehlgang

Tastbar, ggf. schmerzhaft

Drüsenschwellung; Druse; Lymphomerkrankung

Futterreste in der Nase

Beim Fressen, danach

Schwere DDSP; Schluckstörung; Schlundproblematik

Husten beim Anreiten

Erste Minuten der Arbeit

Schleimhautreizung; obere Atemwegsentzündung; Sattelpassform


Sofort Tierarzt – diese Kombination duldet kein Abwarten

  • Atemgeräusch das plötzlich neu auftritt (war gestern noch nicht da)
  • Leistungseinbruch + Atemgeräusch in Kombination
  • Futterreste in der Nase oder beidseitiger eitriger Nasenausfluss
  • Schwellung im Kehlgangsbereich + Fieber
  • Pferd atmet in Ruhe mit hörbarem Geräusch


Diagnostik: Ohne Endoskopie geht es nicht

Die wichtigste Botschaft dieses Abschnitts: Viele Erkrankungen der oberen Atemwege sind ohne Endoskopie nicht diagnoszierbar. Das gilt besonders für alle dynamischen Erkrankungen. Kein noch so erfahrener Blick von außen ersetzt den direkten Blick in den Kehlkopf – am besten unter Belastung.

Diagnostikmethode

Wann eingesetzt – Was sie zeigt und was nicht

Klinische Untersuchung

Erster Schritt; Auskultation, Palpation (Kehlgang, Kehlkopf, Luftröhre); Nasenausfluss beurteilen; zeigt: Schwellungen, Asymmetrien, Schmerzhaftigkeit; zeigt nicht: dynamische Pathologien

Standoskopie (Ruhe-Endoskopie)

Beurteilung Nasengänge, Rachen, Kehlkopf, obere Luftröhre im Stand; zeigt: strukturelle Veränderungen (Zysten, Entrapment, Kehlkopfgrad); zeigt nicht: DDSP und DPC unter Belastung

Mobile Videoendoskopie

Endoskopie während Bewegung (Laufband oder unter Reiter); Goldstandard für dynamische Erkrankungen; zeigt: DDSP, DPC, intermittierendes Entrapment, Kehlkopfbewegung unter Belastung

Ultraschall

Struktur des Kehlkopfs und der Rachenwand; Zysten; Lymphknoten; ergänzend zur Endoskopie

CT / MRT

In komplexen Fällen; Nasennebenhöhlen, Zysten, Tumore; aufwändig und kostenintensiv; in Spezialkliniken


Training und Management: Was du selbst verbessern kannst

Nicht alle Erkrankungen der oberen Atemwege sind chirurgisch. Management und Trainingsanpassung können bei einem erheblichen Teil der Pferde signifikante Verbesserungen erzielen – besonders bei DDSP und stressbedingten Atemwegsproblemen:

Trainingsanpassung

  • Mehr Vorwärts-Abwärts: Natürliche Kopf-Hals-Dehnung entlastet Zungenbein und Kehlkopfmuskulatur – Gegenteil von Rollkur
  • Enge Aufrichtung minimieren: Besonders in der Anfangsphase der Arbeit kein enger Rahmen; Muskulatur erst aufwärmen
  • Schritt am langen Zügel: Täglich ausreichend Zeit für Zungenbein-Mobilisation durch natürliche Kaubewegungen
  • Dehnungsübungen: Hals- und Zungenbeindehnungen mit Futterpausen zwischen Arbeitseinheiten
  • Trainingsintensität dosieren: Bei bekannter Problematik keine abrupten Intensitätssteigerungen

Ausrüstung prüfen

  • Nasenriemen: Nicht zu eng – ein zu enger Nasenriemen verhindert natürliche Kaubewegungen und erhöht Spannung im Kieferbereich
  • Gebissweite: Falsches Gebiss erzeugt Zungendruck der sich auf Zungenbein und Kehlkopf überträgt
  • Gebisslose Zäumungen: Bei sensiblen Pferden mit nachgewiesener Spannung im Kehlbereich als Alternative testen
  • Sattelpassform: Schmerz im Rücken führt zu kompensatorischer Verspannung im Hals – indirekter Verstärker von Atemwegsproblemen

Stallklima und Haltung

  • Staubarme Einstreu: Staubreizung der Schleimhäute erhöht Schleimproduktion und kann Rachenentzündungen begünstigen
  • Heu befeuchten oder bedampfen: Reduziert respirable Partikel; besonders wichtig wenn Schleimhautschwellungen bekannt sind
  • Gute Belüftung: Stehende Luft mit hoher Ammoniakkonzentration schädigt Schleimhäute dauerhaft
  • Weidegang maximieren: Frische Außenluft ist die beste Atemwegsprävention

Hinweis

Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und behandeln keine strukturellen Erkrankungen der oberen Atemwege.

Bei nachgewiesener Erkrankung: tierärztliche Therapie ist die Primärmaßnahme.


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AHIPOS Coolness – für Pferde die unter Stress verspannen und dadurch dynamische Atemwegsprobleme verstärken; als Beitrag zu entspannterem Training:

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Fazit: So gehst du mit Atemgeräuschen richtig um

  1. Ernst nehmen: Jedes neue Atemgeräusch unter Belastung ist ein Symptom – kein Zufallslärm.
  2. Tierarzt mit Endoskopie: Ohne Endoskopie – idealerweise Mobilendoskopie – bleibt die Diagnose Vermutung.
  3. Dynamik verstehen: Viele Erkrankungen existieren im Stand nicht – Mobilendoskopie ist der Schlüssel.
  4. Training anpassen: Weniger Aufrichtung, mehr Vorwärts-Abwärts, Zungenbein entlasten.
  5. Ausrüstung prüfen: Nasenriemen, Gebiss, Sattel – jede Spannung im Kopf-Hals-Bereich kann Atemwege beeinflussen.
  6. Stallklima sichern: Staub und Ammoniak verschlimmern jede Schleimhautsituation.


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