Erste Hilfe: Wunden beim Pferd

Erste Hilfe: Wunden beim Pferd

Erkennen, richtig versorgen – und wann sofort der Tierarzt kommen muss

Kennt du diesen Moment?

Du kommst zum Stall, siehst dein Pferd und merkst sofort: Da ist eine Wunde. Das Herz rutscht in die Hose. Wie tief ist sie? Tierarzt oder selbst versorgen? Verbinden oder nicht? Ist Blauspray gut oder nicht?

Genau für diesen Moment ist dieser Ratgeber gemacht. Kein Durchsuchen mehr, kein Raten. Hier findest du klare Antworten – strukturiert, praktisch, sofort anwendbar.

ℹ️ Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Im Zweifel immer den Tierarzt rufen – lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Bei starker Blutung, Gelenkbeteiligung oder sichtbaren Sehnen/Knochen: sofort Notfall-Tierarzt.

Erste Hilfe Wunden beim Pferd: Erkennen, richtig versorgen, sicher entscheiden

Pferde verletzen sich häufiger als die meisten Besitzer wahrhaben wollen. Rangordnungskämpfe auf der Koppel, scharfe Kanten am Tor, Stolpern beim Ausreiten, Draht im Zaun – Wunden gehören zum Pferdeleben. Was den Unterschied zwischen schneller Heilung und wochenlanger Komplikation macht, ist nicht das Glück – es ist das Wissen: Was ist gefährlich? Was kann ich selbst machen? Und was mache ich auf gar keinen Fall?


🚨 Notfall-Ampel: Wann sofort Tierarzt, wann selbst versorgen?

Das ist die wichtigste Information dieses Ratgebers. Entscheide zuerst – dann handle:


Ampel

Zeichen – was du siehst

Was du tust – sofort

🔴 SOFORT NOTFALL-TIERARZT

Starke, nicht stillbare Blutung (schwallartig, pulsierend) | Wunde in direkter Gelenknähe – jeder Gelenkdurchbruch ist lebensbedrohlich | Sehnen oder Knochen sichtbar | Fremdkörper tief in der Wunde (NICHT ziehen!) | Pferd kann Bein nicht aufsetzen | Wunde > 2 cm tief und klaffend | Augenverletzung | Brustkorb oder Bauchwunde | Pferd zeigt Schocksymptome (zittern, Schwitzen, taumeln)

TIERARZT RUFEN und Wunde schützen (sauberes Tuch); kein Versuch selbst zu behandeln; Pferd ruhig halten; Druckverband bei starker Blutung; Fremdkörper nie entfernen

🟡 TIERARZT INFORMIEREN

Wunde klafft > 1 cm (könnte Naht brauchen) | Wunde nah an Gelenk oder Sehne aber kein offensichtlicher Durchbruch | Pferd lahmt mäßig | Starke Schwellung oder Hitze | Wunde durch Stich (Nägel, Drähte) – Tetanusrisiko! | Starke Verschmutzung mit Erde | Wunde am Huf oder Fesselbereich | Fieber zusätzlich zur Wunde

Tierarzt anrufen, Situation schildern – er entscheidet ob er kommt; Wunde provisorisch reinigen; Pferd kühlen stellen; Tetanus-Status prüfen

🟢 SELBST VERSORGEN

Oberflächliche Schürfwunde | Kleine Schnitt- oder Bisswunde < 1 cm | Kein Gelenk/Sehne in der Nähe | Leichte Blutung die nach kurzer Zeit steht | Pferd läuft normal | Keine Schwellung/Hitze/Eiter

Reinigen, desinfizieren, beobachten – Schritt-für-Schritt-Plan unten


⚠️ Die gefährlichste Körperstelle: Gelenkwunden

Ein Gelenk beim Pferd hat nur eine dünne Kapsel. Wenn eine Wunde diese durchdringt – auch eine kleine, unscheinbare Stichwunde – fließt die sterile Gelenkflüssigkeit aus.

Gelenkinfektionen beim Pferd verlaufen extrem schnell und können innerhalb von Stunden zur Euthanasie zwingen.

Typisch: Wunde nah an Knie, Fessel, Karpal-, Sprung- oder Hufgelenk. Im Zweifel IMMER Tierarzt.

Erkennungszeichen: Wunde in Gelenknähe + klare, gelbliche Flüssigkeit fließt aus der Wunde = Notfall.


Wundarten kennen – damit du die Situation richtig einschätzt

Wundtyp

Wie sie entsteht – Besonderheiten und Risiken

Schnittwunde

Scharfe Kante (Blech, Draht, Glas); glatte Wundränder; meist stark blutend; klafft oft; bei Tiefe: Tierarzt für Naht

Risswunde

Aufhängen im Zaun, Ausrutschen; unregelmäßige, zerfetzte Ränder; oft tiefer als sie aussieht; schlechte Heilungstendenz ohne Naht

Schürfwunde

Fallen, Scheuern; oberflächlich; großflächig aber flach; schmerzhaft; Infektionsrisiko wegen Verschmutzung

Stich-/Punktwunde

Nagel, Draht, Ast; kleiner Eingang, aber tief; hohes Infektionsrisiko; Tetanusgefahr; IMMER Tierarzt bei Stichverletzung am Huf

Bisswunde

Rangordnungskämpfe; gezackte Ränder, oft mehrere kleine Wunden; Bakteriendichte sehr hoch – Infektionsrisiko!

Quetschwunde

Stumpfes Trauma (Tritt, Pfosten); äußerlich oft unscheinbar; innen größerer Schaden; Schwellung und Hämatom

Platzwunde

Aufprall auf harte Kante; platzt auf wie ein Riss; oft nähbar; Blutung variiert

Schuss-/Pfählungswunde

Fremdkörper in der Wunde; NIE selbst herausziehen – fixieren und sofort Tierarzt


Kritische Körperstellen: Diese Wunden sind besonders gefährlich

Körperstelle

Warum kritisch – und was das bedeutet

Gelenke (Knie, Fessel, Karpal, Sprung, Huf)

Gelenkdurchbruch = lebensbedrohlich; jede Wunde in Gelenknähe: Tierarzt sofort

Sehnen und Sehnenscheiden

Verletzung kann zu dauerhafter Lahmheit führen; oft nicht von außen erkennbar ob betroffen

Huf und Strahl

Stichverletzungen am Huf: hohes Tetanus- und Infektionsrisiko; Pododermatitis (Hufbeinfraktur möglich)

Augen

Selbst kleine Augenverletzungen: sofort Tierarzt; Augen heilen beim Pferd sehr schlecht ohne professionelle Versorgung

Kopf / Stirn / Schläfe

Starke Blutung wegen guter Durchblutung; Knochennähe; bei Bewusstseinsveränderung: sofort Klinik

Brust / Bauch

Penetrierendes Trauma: Lufteintritt in Brusthöhle oder Bauchverletzung = Notfall

Fesselbeugenbereich

Phlegmone-Risiko sehr hoch: kleine Wunden können sich in tiefe, großflächige Entzündung entwickeln

Innere Oberschenkelseite

Große Gefäße (Arteria femoralis); starke Blutung = Notfall; Druckverband sofort


Schritt-für-Schritt: Wunde selbst versorgen – bei grüner Ampel

Wenn die Ampel auf Grün steht und du die Wunde selbst versorgen kannst, gilt diese Reihenfolge. Nicht überspringen, nicht improvisieren:


Schritt 1: Pferd sichern und beruhigen

  • Pferd an der Longe oder am Halfter sichern – ein erschrecktes Pferd macht Wunden und Situation schlimmer

  • Ruhig bleiben – Pferde nehmen Stress vom Menschen auf; deine Ruhe ist die erste Behandlung

  • Unterstützung holen wenn möglich – zu zweit ist sicherer


Schritt 2: Wunde beurteilen

  • Haare vorsichtig aus der Wundumgebung entfernen oder mit feuchtem Tuch anlegen (nicht in die Wunde!)

  • Tiefe schätzen: Kann man den Wundgrund sehen? Wie tief reicht ein steriler Tupfer?

  • Gelenkbeteiligung prüfen: Ist ein Gelenk in der Nähe? Fließt klare Flüssigkeit aus der Wunde?

  • Blutung einschätzen: Sickert sie oder schwallt sie? Arteriell (pulsierend, hellrot) = Notfall

  • Fremdkörper: Sichtbar? NICHT entfernen – fixieren und Tierarzt


Schritt 3: Wunde spülen

Das Wichtigste der Erstversorgung – und das was die meisten falsch machen. Nicht mit Jodhaltiger Lösung beginnen, sondern mit sauberem Spülen:

  • Physiologische Kochsalzlösung (0,9%) ist der Goldstandard – keimfrei, gewebeschonend; in jeder Stallapotheke

  • Alternativ: frisches Leitungswasser mit leichtem Druck – besser als gar nichts; nicht zu stark pressen

  • Wunde von innen nach außen spülen – nicht von außen nach innen drücken

  • Schmutz, Erde, Heu-Partikel vollständig entfernen – ein Fremdkörper in der Wunde bedeutet Infektion

  • Keine Wasserspritze direkt in tiefe Wunden – kann Keime tiefer einspülen


Schritt 4: Desinfizieren – aber richtig

Hier trennt sich modernes Wundwissen vom alten Reflexwissen:

Produkt

Einordnung für die Wundversorgung beim Pferd

Physiologische Kochsalzlösung (0,9%)

Erstspülung; gewebeschonend; kein antiseptischer Effekt aber mechanische Reinigung

Polihexanid-Lösung (PHMB)

Moderner Goldstandard; breites Wirkspektrum; sehr gewebeverträglich; kein Jodgeruch

Hypochlorige Säure (HOCl)

Sehr gut verträglich; antimikrobiell; in modernen Produkten zunehmend eingesetzt

Verdünnte Jodlösung (Betaisadona)

Bewährt; breite Wirkung; Konzentration entscheidend – zu stark verzögert Heilung; max. 0,5-1% für Wunden

Wasserstoffperoxid 3%

NICHT empfohlen für offene Wunden – zerstört Granulationsgewebe; nur zur Erstspülung bei stark verschmutzten Wunden

Alkohol / Brennspiritus

NIE in offene Wunden – extrem gewebetoxisch; nur zur Hautdesinfektion um die Wunde herum


⚠️ Blausprays und Silbersprays – der populäre Mythos

Blausprays (Aluminiumspray), Silberspray und Zinkspray bilden eine luftdichte Schutzschicht auf der Wunde.

Das klingt gut – ist aber ein Problem: Feuchtigkeit unter dem Film = ideales Bakterienmilieu.

Prof. Knottenbelt, führender Wundexperte in der Veterinärmedizin, spricht sich klar dagegen aus: Diese Mittel fördern die Heilung nicht.

Ausnahme: Schmaler Einsatz zum Schutz verheilender Wunden in der Granulationsphase, auf ärztliche Empfehlung.

Für Erstversorgung frischer Wunden: Wundspülung + feuchtes Wundmilieu ist besser als Sprayversiegelung.


Schritt 5: Wundauflage und Verband – wann, wie, wie lange

  • Feuchte Wundauflage (Hydrogel, sterile Kompresse mit NaCl angefeuchtet) fördert die Granulationsphase

  • Wunde darf weder zu trocken noch zu feucht sein – goldene Mitte

  • Kompresse nicht festkleben – bei Verbandwechsel reißen trocken festgeklebte Auflagen Granulationsgewebe mit

  • Selbsthaftende Bandage (Vetrap) als äußerer Schutz bei Beinwunden

  • Wunden im Gesicht oder am Rumpf meist offen lassen wenn sauber – Luft ist gut in der Granulationsphase

  • Verbandwechsel täglich bis alle 2 Tage – Wunde täglich kontrollieren


Schritt 6: Beobachten bis zur vollständigen Heilung

Zeichen

Bedeutung – was du tun solltest

Wunde schließt sich, Krusten bilden sich

Normale Heilung – weiter sauber halten, nicht aufkratzen

Wundränder röten sich leicht

Normale Entzündungsphase – Kontrolle

Starke Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter

Infektion – sofort Tierarzt

Granulationsgewebe bildet sich (rotes, korallenartiges Gewebe)

Gute Heilung – feucht halten; bei überschießendem Wuchs (Wildfleisch): Tierarzt

Wunde öffnet sich wieder / heilt nicht nach 6 Wochen

Chronische Wunde – Tierarzt einschalten

Lahmheit nimmt zu statt ab

Infektion tiefer Strukturen – sofort Tierarzt

Schorf bildet sich

Schutz der Wunde – nicht abreißen; bei Verband aufpassen dass er nicht anklebt


Die 3 Phasen der Wundheilung – warum sie für deine Behandlung entscheidend sind

Wundheilung ist kein einheitlicher Prozess. Jede Phase braucht andere Bedingungen und verträgt andere Maßnahmen. Das versteht kein Standard-Ratgeber – dabei ist es der Schlüssel zu optimaler Heilung:


Phase

Was im Körper passiert

Was die Wunde braucht

Phase 1: Exsudation (0–3 Tage)

Körper spült Wunde aus; Entzündungszellen räumen auf; Wundsekret fließt; Schwellung normal

Sauberkeit; regelmäßiges Spülen; keine Versiegelung; feuchte Wundauflage; NICHT mit Spray abdecken

Phase 2: Granulation (3–21 Tage)

Neues Gewebe (Granulationsgewebe) wächst von Wundgrund nach oben; rotes, körniges Aussehen; Rand heller

Feucht halten; Schutz vor Austrocknen; Kompressionsdruck bei Neigung zu Wildfleisch; keine Störung des Gewebes

Phase 3: Epithelisierung / Remodelling (ab Woche 3)

Haut schließt sich von außen; Narbengewebe formt sich; Zugfestigkeit nimmt zu; kann Monate dauern

Schutz vor mechanischer Belastung; Kompression gegen Narbenüberschuss; Sonnenschutz auf frischer Narbe


Das 'Wildfleisch'-Problem – was viele nicht wissen

Überschießendes Granulationsgewebe ('Wildfleisch' / Proud Flesh) ist bei Pferden besonders häufig – vor allem an den Gliedmaßen.

Es entsteht, wenn die Granulationsphase nicht reguliert wird. Das Gewebe wächst über den Wundrand hinaus und verhindert den Abschluss.

Vorbeugung: Kompressionsverband in der Granulationsphase; keine Reizung durch häufiges Abreiben; bei ersten Anzeichen sofort Tierarzt.

Behandlung: Abtragen durch den Tierarzt (nicht selbst mit Messer – das wächst nur schneller wieder nach).

Pferde an den Beinen sind besonders anfällig – nie Beinwunden heilen ohne Verband lassen.


Die Stallapotheke: Diese 12 Dinge müssen immer da sein

Im Ernstfall zählt jede Minute. Wer dann erst das Desinfektionsmittel kaufen muss, verliert wertvolle Zeit. Diese Grundausstattung gehört in jeden Stall – und muss regelmäßig auf Haltbarkeit geprüft werden:


Produkt / Material

Wozu – und worauf achten

Sterile Kochsalzlösung 0,9% (500ml Flaschen)

Wundspülung; mindestens 2 Flaschen vorhalten; Haltbarkeit nach Öffnen: 24h

Sterile Mullkompressen (10x10cm, 5x5cm)

Wundabdeckung und Tupfen; steril verpackt; kein Wattebausch in offene Wunden

Selbsthaftende Bandage (Vetrap / Co-Flex)

Verband fixieren; verschiedene Breiten: 5cm und 10cm

Verbandwatte

Polsterung unter Verband; schützt Gewebe vor Druckstellen

Polihexanid-Wundspülung oder verdünnte Jodlösung

Desinfizieren; Polihexanid bevorzugen; Jod nur 0,5-1% verdünnt

Einmalhandschuhe (Latex oder Nitril)

Eigenschutz und Wundschutz; immer anziehen bevor du die Wunde anfasst

Schere (stumpfe Wundschere)

Verband aufschneiden ohne Haut zu verletzen; steril halten

Thermometer

Fieber messen; normal Pferd: 37,5–38,5°C; über 38,5°C = Tierarzt

Druckverband-Material (Schaumstoff + Fixierbinde)

Bei starker Blutung; Know-how vorher aneignen

Tierarzt-Nummer + Notfall-Tierklinik gespeichert

Nummer des Haus-Tierarztes UND nächste Pferdeklinik; im Notfall keine Zeit zum Suchen

Tetanus-Impfbescheinigung des Pferdes

Tierarzt fragt immer; sollte beim Pferd dabei sein oder eingespeichert

Taschenlampe mit Batterien

Wunden oft in schlecht beleuchteten Ecken; Handylampe reicht nicht immer


Tetanus: Das unterschätzte Risiko bei jeder Wunde

Tetanus (Wundstarrkrampf) ist beim Pferd eine reale und tödliche Gefahr – besonders bei Stichverletzungen, Hufwunden und tiefen Wunden mit Erdkontakt. Der Erreger Clostridium tetani lebt im Boden und bevorzugt sauerstoffarme Wunden.


Tetanus-Schutz beim Pferd

Grundimmunisierung: 3 Impfungen im Abstand von je 4 Wochen, dann 6 Monate; danach Auffrischung alle 2–3 Jahre.

Wenn das Pferd verletzt ist und der Tetanus-Schutz nicht aktuell ist: Tierarzt informieren – Sofort-Immunisierung möglich.

Besonders riskant: Stichverletzungen, Hufwunden, tiefe Wunden mit Erde; kleine Wunden können tödliche Folgen haben.

Symptome (nach 1–3 Wochen): Muskeln verkrampfen; Kiefer lässt sich nicht öffnen; Pferd kann nicht fressen; Lichtscheu.

Prüfe heute: Wann war die letzte Tetanus-Impfung deines Pferdes?


Nährstoffe und Wundheilung: Was der Körper für die Regeneration braucht

Wundheilung ist ein aktiver Stoffwechselprozess. Der Körper baut neue Zellen auf, synthetisiert Kollagen, reguliert Entzündungen und stärkt die Immunabwehr. Das alles kostet Ressourcen – die aus der Fütterung kommen müssen.

ℹ️ Hinweis

Die folgenden Angaben beschreiben die normale Rolle von Nährstoffen im Heilungsstoffwechsel – keine Heilversprechen.

Ergänzungsfuttermittel sind keine Arzneimittel und ersetzen keine tierärztliche Wundbehandlung.


Nährstoff

Rolle im normalen Wundheilungsprozess

Protein / Aminosäuren (Lysin, Methionin)

Kollagen-Synthese braucht Aminosäuren; Granulationsgewebe und neue Haut bestehen aus Protein; bei Unterversorgung heilt schlechter

Zink

Cofaktor für Zellregeneration und Wundheilung; bei Zinkmangel (in deutschen Heuqualitäten häufig) verzögerte Heilung

Vitamin C

Wichtig für Kollagensynthese; Pferde können Vitamin C selbst synthetisieren – in Stressphasen kann Eigensynthese unzureichend sein

Vitamin E + Selen

Antioxidativer Schutz der Zellen im Entzündungsprozess; schützt frisch gebildete Zellmembranen

Omega-3-Fettsäuren

Bestandteil von Zellmembranen; modulieren normale Entzündungsreaktion; Leinöl als Quelle

Wasser

Heilvorgänge brauchen Flüssigkeit; Wundsekret wird über Blut produziert; Dehydration verzögert Heilung


Unsere AHIPOS-Produktempfehlung

AHIPOS Motion Boost bietet eine gezielte Nährstoffkombination für den Bewegungsapparat. Durch die enthaltenen unverseifbaren Bestandteile aus Avocado und Soja (ASU) wird die körpereigene Regeneration von Knorpelgewebe begünstigt und die Belastbarkeit der Gelenkstrukturen nachhaltig unterstützt z.B. bei entzündlichen Prozessen oder chronischen Gelenkveränderungen:

AHIPOS Motion Boost

AHIPOS Body Builder – Ergänzungsfuttermittel mit gezieltem Aminosäureprofil (Lysin, Methionin, Threonin); als Beitrag zur bedarfsgerechten Proteingrundversorgung in Phasen erhöhten Bedarfs – z.B. nach Verletzungen mit längerem Heilungsverlauf:

AHIPOS Body Builder

Equinox Dynamic – Ergänzungsfuttermittel mit MSM und weiteren Wirkstoffen; bei Pferden die nach Verletzungen am Bewegungsapparat wieder aufgebaut werden als Beitrag zur bedarfsgerechten Grundversorgung:

Equinox Dynamic

AHIPOS Elektrolyt – bei Pferden in der Heilungsphase oder nach stressbedingten Ereignissen (Verletzung, Transport, Eingriff) als Beitrag zur bedarfsgerechten Mineralstoffgrundversorgung:

AHIPOS Elektrolyt


Fazit: Was du bei jeder Wunde tun solltest

  1. Notfall-Ampel prüfen: Ist es Rot, Gelb oder Grün? Das entscheidet alles weitere.
  2. Pferd sichern und selbst ruhig bleiben – deine Ruhe ist Behandlung.
  3. Wunde spülen: Kochsalzlösung oder frisches Wasser – aber gründlich.
  4. Desinfizieren ohne Blausprays zu verwenden – feuchtes Wundmilieu ist besser.
  5. Täglich kontrollieren – Wundheilung ist ein aktiver Prozess, kein Selbstläufer.
  6. Im Zweifel anrufen – dein Tierarzt beantwortet kurze Fragen auch telefonisch.


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FAQ: Häufige Fragen zu Wunden beim Pferd

❓ Mein Pferd blutet stark – was tue ich sofort?

Ruhe bewahren und Druck auf die Wunde ausüben – mit einer sauberen Kompresse oder einem sauberen Tuch direkt auf die Wunde drücken und halten. Gleichzeitig Tierarzt rufen. Druckverband anlegen wenn Blutung nicht aufhört: Kompresse, Watte, selbsthaftende Bandage – von unten nach oben wickeln, gleichmäßiger Druck. Bei schwallartigem oder pulsierendem Blut (Arterie): sofort in die Pferdeklinik fahren während jemand Druck hält.

❓ Woran erkenne ich ob ein Gelenk betroffen ist?

Lage der Wunde: Ist sie direkt über oder in unmittelbarer Nähe eines Gelenks? Und fließt aus der Wunde klare, gelbliche, leicht zähe Flüssigkeit – das ist Gelenkflüssigkeit (Synovia). Das ist der eindeutigste Hinweis. Auch ohne diese Flüssigkeit gilt: Wunden in Gelenknähe immer vom Tierarzt beurteilen lassen. Der Tierarzt kann im Zweifelsfall Farbstoff ins Gelenk spritzen und prüfen ob dieser aus der Wunde austritt.

❓ Soll ich Blausprays oder Silberspray verwenden?

Für die Erstversorgung frischer Wunden: Nein. Diese Sprays bilden eine luftdichte Schicht, unter der sich Bakterien gut vermehren können. Für die Erstversorgung besser: Spülen mit Kochsalzlösung, desinfizieren mit Polihexanid oder verdünntem Jod, und feuchte Wundauflage. Silber- und Blausprays können sinnvoll sein zum Schutz verheilender Wunden in späteren Phasen – auf ärztlichen Rat.

❓ Wie oft muss ich den Verband wechseln?

In der Exsudationsphase (erste 3 Tage): täglich, da viel Wundsekret produziert wird. Danach in der Granulationsphase: alle 1–2 Tage. Bei stark nässenden Wunden häufiger. Niemals: Verband einfach wochenlang drauflassen ohne Kontrolle. Bei jedem Wechsel Wunde sauber spülen und Heilungsfortschritt beurteilen.

❓ Mein Pferd hat eine kleine Stichwunde am Huf – harmlos?

Niemals harmlos. Stichverletzungen am Huf sind eine der gefährlichsten Verletzungsformen beim Pferd, weil der Hufstrahl und der Bereich darunter in direkter Nähe zu Hufbein, Hufrolle und Hufgelenk liegen. Selbst ein kleiner Nagel kann die Hufrolle oder das Hufgelenk treffen. Dazu kommt: hohes Tetanusrisiko. Bei jeder Stichwunde am Huf gilt: Fremdkörper NICHT selbst entfernen (er drückt auf die Wunde und verhindert Blutung) – fotografieren und sofort Tierarzt.

❓ Kann ich Kamille oder Teebaumöl auf Wunden verwenden?

Kamillentee zum Spülen (abgekühlt, sehr verdünnt) hat eine lange Tradition und ist bei oberflächlichen Wunden relativ sicher. Teebaumöl hingegen ist für Pferde in unverdünnter Form giftig und zu stark für offene Wunden – nicht verwenden. Generell gilt: Bewährte Präparate aus der modernen Wundversorgung (Polihexanid, physiologische Kochsalzlösung) sind zuverlässiger als Hausmittel, deren Wirkung und Konzentration schwerer zu kontrollieren ist.

❓ Wann muss eine Wunde genäht werden?

Als Faustregel: Wunden die länger als 1–2 cm klaffen, die tiefe Schichten betreffen, oder die an Körperstellen liegen wo Bewegung die Wundränder auseinanderzieht (Gelenknähe, Beugeflächen) – diese profitieren oft von einer Naht. Wunden die älter als 6–8 Stunden sind, werden meist nicht mehr genäht (Infektionsrisiko). Der Tierarzt entscheidet individuell. Eine nicht genähte Wunde die genäht werden sollte, heilt mit schlechterer Narbenqualität und höherem Wildfleisch-Risiko.

❓ Mein Pferd hat eine alte Wunde die nicht heilt – was tun?

Chronische Wunden (nicht heilend nach 6–8 Wochen) brauchen eine tierärztliche Ursachenklärung: Liegt eine Infektion tiefer Strukturen vor? Gibt es überschießendes Granulationsgewebe? Wird die Wunde mechanisch immer wieder gereizt? Hat das Pferd eine Grunderkrankung die die Heilung behindert (z.B. PPID, EMS, Mangelversorgung)? Zusätzlich: Nährstoffversorgung überprüfen – Zink-, Protein- und Vitamin-E-Versorgung sind für Wundheilung relevant.

 

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